Unendlich expandierendes digitales Universum

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Das weltweite digitale Datenvolumen hat im Jahr 2008 um 3.892.179.868.480.350.000.000 Bits oder umgerechnet 487 Milliarden Gigabyte zugelegt. Dies ist das Ergebnis einer IDC-Studie, die von einem Storage-Lösungs-Hersteller gesponsert wurde.

Rechnet man 487 Milliarden Gigabyte in Buchseiten um und stapelt diese übereinander, so ergibt sich eine Strecke, die zehnmal von der Erde bis zum Planeten Pluto reicht, sagen die Macher der Studie. Legt man die derzeitige Wachstumsgeschwindigkeit dieses »Digitalen Universums«, wie sie es nennen, zugrunde, so würde dieser Stapel zwanzigmal schneller wachsen als die schnellste Rakete fliegen kann, die je hergestellt wurde. Eine solche Atlas V Rakete trieb das Raumschiff an, das am 19. Januar 2006 in den USA zu einer Pluto-Mission der NASA startete und für die Reise 13 Monate brauchte. Der Bücherstapel würde diese Strecke in drei Wochen schaffen.

487 Milliarden Gigabyte entsprechen den Forschern zufolge: 237 Milliarden Amazon Kindle E-Book-Readern oder 4,8 Billiarden Online-Banking-Transaktionen oder 3 Billiarden Twitter-Feeds oder 162 Billionen digitalen Fotos oder 30 Milliarden Apple iPod-Touch-Geräten oder 19 Milliarden DVDs.

Das jüngste Update der nunmehr zum dritten Mal präsentierten IDC-Studie trägt den Titel »As the Economy Contracts, the Digital Universe Expands« und nimmt damit Bezug auf den aktuellen wirtschaftlichen Abschwung. Dieser habe jedoch den Anstieg der weltweiten Informationsmenge in keiner Weise aufgehalten, so John Gantz, Chief Research Officer bei IDC: »Im Gegenteil: Das Wachstum hat sich trotz der Krise erneut rasant beschleunigt.« Es wird erwartet, dass sich die Ausdehnung des Digitalen Universums alle anderthalb Jahre verdoppelt. 2012 werden demnach fünfmal mehr Informationen erzeugt als 2008.

Während das Informationsvolumen weiter exponentiell ansteigt, schrumpfen andererseits viele IT-Budgets. Überbrücken lasse sich diese Kluft nur durch ein deutlich effizienteres Informationsmanagement, sagen die Geldgeber der Auftragsstudie: »Mehr denn je sind neue, kreative Ansätze gefragt, um wachsende Datenvolumina effizient zu verwalten, zu schützen und die Verfügbarkeit relevanter Informationen jederzeit zu garantieren«, kommentiert Joe Tucci, Chairman, CEO und President von EMC, dem die Studie so gesehen natürlich aus dem Herzen spricht.

Weitere Prognosen aus der Studie: Die Zahl mobiler Nutzer wird sich verdreifachen. 600 Millionen Menschen mehr als heute werden Zugang zum Internet haben. Fast zwei Drittel aller Nutzer werden zumindest zeitweise mobil auf das Internet zugreifen. Die Anzahl an IT-Geräten wird um den Faktor 3,6 wachsen. Dazu gehören unter anderem Navigationssysteme, RFID-Lesegeräte, intelligente Sensoren und drahtlose Messgeräte. Die Kommunikation und Interaktion zwischen Menschen beispielsweise per E-Mail, Messenger oder in sozialen Netzwerken wird um den Faktor 8 zunehmen.

Der vermehrte Zugang zu Breitbandnetzen, die Nutzung elektronischer Patientenakten und intelligenter Stromnetze (Smart Grids) sowie die zunehmende multimediale Vernetzung von Gebäuden und Fahrzeugen tragen zu diesem Wachstum erheblich bei, wie die Forscher meinen. 2012 werden etwa 850 Millionen Menschen Dienstleistungen und Waren online ordern oder anbieten. Das Geschäft im Internet wird sich gegenüber 2008 verdoppeln.

Bis 2012 wird zudem der Anteil als sicherheitskritisch einzustufender Informationen im Digitalen Universum laut IDC von heute 30 Prozent auf 45 Prozent steigen. Zu den besonders sensiblen und schutzwürdigen Informationstypen zählen unter anderem Patientendaten sowie digitale CT- und Röntgenbilder in der Telemedizin, Kreditkarten- und Sozialversicherungsnummern, Transaktionsdaten im E-Commerce sowie vertrauliche Unternehmensinformationen aller Art. Da sind die nächsten Skandale wohl schon vorprogrammiert. Und auch das Universum der Cyberkriminalität sieht sich vor ungeheuren Wachstumsraten. Aber das wird eine andere Studie.