Gefängnis für Firmenchefs bei Datenverlust

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Sicherheitsexperten werfen den Unternehmen leichtsinnigen Umgang mit Firmendaten vor. Einige fordern sogar Haftstrafen bei Datenverlust. Die Drohung der Security-Industrie könnte aber auch nach hinten losgehen.

Markige Worte auf dem e-Crime Congress in London. Da wird Firmenchefs vorgeworfen, dass sie das Thema » IT-Security zu selten priorisieren«, obwohl »die Tragweite von Datenverlusten und Datenklau mittlerweile bekannt sein sollte«.

Wirtschaftskrise ist keine Entschuldigung
Mit anderen Worten: Viele Sicherheitsexperten sind der Meinung, dass die Firmenchefs fahrlässig mit der Datensicherheit umgehen. Als Hauptgrund gilt natürlich die Wirtschaftskrise, die die Verantwortlichen zu Einsparungen zwingt. Doch für die Sicherheitsprofis ist das keine Entschuldigung.

In einer Umfrage von Websense unter insgesamt 104 Security-Experten kommen diese daher zu einer drastischen Schlussfolgerung: 30 Prozent der Befragten fordern eine Haftstrafe für Firmenchefs, wenn vertrauliche Daten verloren gehen. Im Vorjahr waren es laut Websense nur 26 Prozent.

Firmenchefs wissen nicht, wo die Daten sind
In der Mitteilung von Websense heißt es weiter, dass die schlechte Organisation des Datenschutzes in Unternehmen den Datendieben den Klau erleichtert, denn »51 Prozent der Befragten seien der Meinung, dass sich die Unternehmensführung weder darüber bewusst ist, wo die sensiblen Daten gespeichert sind, noch welche Mitarbeiter auf sie Zugriff haben.« Ein erschreckender Befund.

Websense ist ein Anbieter von Web-, Messaging- und Data-Protection-Technologie. Hintergrund der Mitteilung könnte sein, dass Sicherheitsanbieter schwindende Umsätze befürchten oder bereits verzeichnen. Eine Aussage à la »Kauft mehr Sicherheitsprodukte oder es droht der Knast« ist da natürlich eine starke Botschaft. Mal sehen, ob sich die Betroffenen davon beeindrucken lassen.
(Mehmet Toprak)

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