Vodafone streicht Roaming-Gebühren

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Interessantes Experiment beim britischen Mobilfunker Vodafone: in Großbritannien verzichtet man für drei Monate auf die Roaming-Gebühren, so dass die Nutzer während der Urlaubszeit auch im Ausland zu den gewohnten Tarifen telefonieren können.

Schon lange ärgern sich die Wettbewerbshüter der EU über teils horrende Roaming-Gebühren, die europäische Mobilfunker ihren Kunden abknöpfen, wenn diese im Ausland telefonieren und SMS schreiben. Daher hat man bereits für diesen Sommer Höchstpreise festgesetzt und will diese in den nächsten Jahren Schritt für Schritt absenken. Noch weiter wagt sich nun allerdings Vodafone in Großbritannien vor, wo man von Juni bis August beim Telefonieren und SMS-Schreiben keinerlei Roaming-Gebühren erhebt. Britische Vodafone-Kunden – egal ob Prepaid oder Vertrag – zahlen somit auch im Ausland die gewohnten Gebühren: Wer etwa einen Tarif mit einer bestimmten Anzahl Inklusiv-Minuten nutzt, kann diese dann auch in anderen Ländern ohne Zusatzkosten abtelefonieren.

Meine Meinung: Schöne Aktion – wobei es natürlich noch schöner wäre, sie dauerhaft und auch in Deutschland anzubieten. Das würde sicher den ein oder anderen Anbieter zum Nachdenken bewegen, vielleicht auch zum Nachmachen. Sicher entgeht den Mobilfunkern damit ein erkleckliches Sümmchen – doch für welche Leistung haben sie denn die hohen Roaming-Gebühren eigentlich kassiert? Es ist dem Kunden nur schwer vermittelbar, warum er im Ausland plötzlich einen Euro oder mehr für die Gesprächsminute bezahlen soll, wenn sein Anbieter in diesem Land ebenfalls aktiv ist und sich der Nutzer quasi im gleichen Netz befindet wie zuhause. Und wer weiß: vielleicht kompensieren ja die zusätzlichen Telefonate der Kunden, die jetzt keine Angst mehr vorm Roaming haben müssen, einen größeren Teil der Umsatzausfälle als die Mobilfunker glauben. (Daniel Dubsky)