Aufgedeckt: Intels Notebook-Pläne fürs zweite Halbjahr 2009

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Intel umriss im Gespräch mit taiwanischen Herstellern und Zulieferern seine Pläne zu Produkten rund um ultradünne Mini-Stromspar-Notebooks und Netbooks. Im Gespräch sind neue Atoms, auslaufende Chipsatzmodelle und Designs für ein ultrabilliges Linux-Netbook.

Die nächste Intel-Notebook-Plattform mit dem Codenamen Calpella wird wie geplant im dritten Quartal 2009 ausgeliefert, bestätigte Intel die Nachfragen der Produzenten. Das Calpella-Projekt soll ein »Turbo für Notebooks« (Zitat Intel auf der letzten IDF) werden. In diesem Rahmen würden bald CPUs und Chipsätze für Geräte in den Größen 14-, 15,6- 17,1- und 18,4-Zoll Segmenten angeboten, anfangs aber nur für die Highend-Notebook-Geräte von über 1200 US-Dollar Durchschnittspreis. Erst später werde das Billig-Notebook-Segment bedient – nun gut, Intel will auch in mageren Zeiten noch Geld verdienen.

Gleichzeitig werde man die Preise für die Montevina-Plattform senken, um die Lagerbestände des Auslaufmodells loszuwerden.

Die Notebook-Hersteller Quanta, Compal, Wistron, Pegatron, MSI, Elitegroup, Mitac und Clevo seien schon bereit für die Massenproduktion von Kleinstcomputern auf Calpella-Basis, berichtet der taiwanische Branchendienst Digitimes. Die Produzenten, die auch nahezu jede große westliche Notebook-Marke im Auftrag herstellen, planen zudem für das erste Quartal 2010 weitere Geräte.

Für 12- bis 13-Zoll, Ultra-low-voltage-Geräte und gängige Notebook-Modelle wird Intel seine Montevina-CPUs nun nochmals »anschieben«, heißt es. Wir denken, Intel meint das im Sinne von neuen CPUs und Chipsätzen wie auch im Marketing. Das solle das Preis-/Leistungsverhältnis der Tragbaren nochmals verbessern, verspricht Chipzilla.

Weil der Markt derzeit die Kombination von CPUs und Chipsets der Reihen Atom N280 und GN40 nicht nachfrage, werde Intel sie langsam auslaufen lassen. Bei den Netbooks werden also die CPU Atom N270 und der Chipsatz 945GSE die Schlüsselrolle bis September 2009 tragen.

Im September soll schließlich die nächste Atom-Generation »Pineview« mit dem zugehörigen Chipset (»TigerPoint«) offiziell angekündigt werden. Man plane diese als Hauptbestandteil von 10-Zoll-Netbooks im Preissegment von 400 bis 600 Dollars. Noch viel spannender sind aber die Designs von Intel für ein 8,9-Zoll-Netbook für Auftragshersteller. Das Gerät soll im Endverkaufspreis unter 300 Dollar liegen, die Technik-Spezifikationen sind Atom N270 als CPU, das 945GSE-Chipset, nur 512 MByte RAM und 8 oder 16 GByte Flash-Speichersysteme. Die geringe Hardware-Ausstattung reicht, weil als Betriebssystem das Fedora-Linux-Projekt für Netbooks, »moblin v2«, vorgesehen ist.

Linux trieb auch die ersten Notebooks an und könnte so den Markt wieder auffrischen. Windows XP hatte den Netbook-Markt inzwischen übernommen, doch dass Windows 7 diese Mini-Hardwarevorgaben von Intel für das Moblin-System wirklich ausnutzen kann, ist dann wohl eher unwahrscheinlich. Valso: Vorhang auf für Moblins Siegeszug! µ

Digitimes über Intels Pläne
Netbook-Linux »«Moblin»«

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