Microsoft holt sich 3,75 Milliarden Dollar direkt von Anlegern

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MS holt sich Geld, vertraut dabei aber nicht den inzwischen klammen US-Banken und auch nicht dem kurzfristig agierenden Aktienmarkt. Man holt es sich lieber von langfristig planenden Anlegern. Mit hohen Zinsversprehen gibt MS jetzt Schuldpapiere mit Laufzeiten von 5, 10 und 30 Jahren aus.

»Microsoft wird erwachsen«, frohlockt das Wall Street Journal über den bisher zaghaften Schulden-Aufnehmer Microsoft. Mit bis zu 5,2 Prozent Verzinsung gehe man an die Anleger heran, um ein Programm zur Finanzierung von 6 Milliarden Dollar durchzuziehen.

Für die neuen Schuldpapiere gibt es drei Tranchen: 2 Milliarden Dollar werden bis Juni 2014 mit 2,95 Prozent verzinst, eine Milliarde bis Juni 2019 mit 4,2 Prozent, und wer bis Juni 2039 warten kann, bis er sein Geld zurückbekommt, kann an der dritten Tranche teilnehmen: Darin werden 750 Millionen Dollar mit 5,2 Prozent verzinst. Das kündigt Microsoft auf seiner Website an.

Bis 18. Mai sollen alle (ungesicherten) Anleihen über insgesamt 3,75 Milliarden Dollar ausgegeben werden. Nur 250 Millionen Dollar seien noch nicht verkauft worden, schreibt das WSJ heute.  Schon im September hatte sich das Softwarehaus 2 Milliarden Dollar als Kurzfrist-Anleihen geholt, um diese Form der Finanzierung zu testen.

Microsoft wolle das Geld für Investitionen, Aktienrückkäufe und Akquisitionen nutzen. Als mögliche Übernahmekandidaten nennt das WSJ die Firmen SAP und Yahoo, und wenn dann noch etwas übrigbleibe, werde MS sicher eigene Aktien zurückkaufen – vermutlich, um so weniger abhängig vom empfindlichen Aktienmarkt zu sein und die Eigenkapitalbasis zu stärken.

Verschwörungstheorie-Freunde haben hier wirklich an einer Nuss zu knabbern, denn diese Schuldverschreibungen sind lediglich ein gängiger Weg »erwachsener« Unternehmen, an Geld für neue Geschäftspläne zu kommen. Nichts Besonderes, nichts Anrüchiges. Der einzige Punkt, an dem die Schlechtmeiner rütteln könnten, wäre das Wort »ungesichert« – die Anleihe wird nicht mit einer Versicherung verkauft, die eingelegtes Geld in voller Höhe absichert. Wenn es also mit Microsoft abwärts gehen sollte, ist das Geld eben weg – so war das aber schon immer mit den so gnannten Bond-Geschäften. Ganz normales Anlegerrisiko eben. µ

Wall Street Journal zu Microsofts Schuldverschreibungen

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