Mobilfunker boykottieren Handys mit Skype

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Nokia will seine Handys künftig mit Skype bestücken, doch mit Vodafone und T-Mobile haben bereits zwei Mobilfunker erklärt, diese nicht verkaufen zu wollen.

Internet-Telefonie ist das Schreckgespenst der Mobilfunknetzbetreiber, können die Kunden doch auf teure Handy-Telefonate verzichten und stattdessen billiger oder gar kostenlos via VoIP telefonieren – an WLAN-Hostspots oder dank Datenflatrate sogar im Mobilfunknetz. Ein erstes Kräftemessen gab es vor wenigen Wochen, als Skype seine VoIP-Software auf das iPhone brachte und T-Mobile umgehend erklärte, Skype-Telefonate zu sperren.

Nun droht neuer Ärger mit dem finnischen Handy-Hersteller Nokia, der im Februar ankündigte, seine Geräte ab dem dritten Quartal mit Skype zu bestücken, angefangen mit dem Spitzenmodell N97. Vodafone und T-Mobile erklärten gegenüber der Zeitung Die Welt bereits, die Handys nicht anbieten zu wollen. »Wir lassen uns doch nicht das Geschäft kaputt machen«, heißt es etwa bei T-Mobile.

Bildergalerie: Skype auf Nokia N97

Die Blockadehaltung hat man sich aber für Deutschland aufgehoben, denn im Ausland geht man mit VoIP lockerer um. In Österreich können Kunden von T-Mobile mit dem Handy über das Internet telefonieren und, gegen eine monatliche Gebühr, auch in Großbritannien. Ähnlich wird es wohl auch in Deutschland kommen, denn der Welt zufolge hat T-Mobile bereits Pläne durchgespielt, hierzulande eine kleine Zusatzgebühr für VoIP einzuführen und auch Vodafone erklärte gegenüber der Zeitung, seine Tarife öffnen zu wollen.

Anderes bleibt den Mobilfunkern auch nicht übrig, ziehen sie sich sonst doch den Unmut von EU-Kommissarin  Viviane Reding zu. »Ich fordere alle Regulierungsstellen auf, gegen Unternehmen rechtlich vorzugehen, die unter Ausnutzung ihrer Marktmacht innovative Dienste ausbremsen wollen«, sagte die bereits. (Daniel Dubsky)