Klage: Sun-Aktionäre wollen Oracle-Übernahme nicht

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Drei Sammelklagen der Sun-Aktionäre wollen den Kauf durch Oracle ungeschehen machen. Der Vorstand soll treuhänderische Pflichten verletzt haben. Stoff genug für Verschwörungstheoretiker.

Die klagenden Aktionäre wollen mehr Geld – der Kaufpreis für Sun sei unfair und unzureichend, heißt es. Die Verschwörungstheoretiker sind nach dieser Veröffentlichung der amerikanischen Börsen-Aufsichtsbehörde wieder aktiv und verbreiten mehrerlei kreative Ideen, die dunkle blaue Mächte, pokernde Orakel oder spielende Wallstreet-Broker in ihre Geschichten einbeziehen:

1.    Marktanteils-Geschacher: IBM-Freunde, die Sun gerne übernommen hätten, haben die Sun-Aktionäre aufgewiegelt, um dieses Stück vom Kuchen nicht auch noch an Oracle loszuwerden.

2.    Geldgier: Dieselben Sun-Aktionäre, die mit ihren Star-Allüren bereits den Kauf durch IBM verhinderten, könnten einfach nicht genug kriegen.

3.    Aktien-Abzocke: Wall-Street-Broker, die auf weiter fallende Sun-Kurse gewettet hatten, sind enttäuscht

In dem Dokument steht lediglich, dass die Kläger dem Sun-Vorstand vorwürfen, er sei seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen, als er dem Angebot von Oracle zustimmte. In der Veröffentlichung dazu im ZDNet-Blog  schreibt ein Linux-Fan, er sehe hier die Hände von Microsoft im Spiel – das täten Linux-Unterstützer immer, egal, was das Thema sei, entgegnet ein Windows-Fan.

Sollten die Klagen die Übernahme tatsächlich verhindern, würde dies den Wert des Unternehmens nochmals verringern und Kosten bis zu 300 Millionen US-Dollars verursachen, teilt Sun in den USA mit.

Geht die Sonne also weiter unter? Gerät sie in die Integrationsfänge des »Roten Orakels«? Schlagen die »großen blauen Mächte« zurück (unwahrscheinlich)? Oder driftet Sun Microsystems später mangels Investoren ganz ins Nichts ab? Verschwörungstheoretiker, seid kreativ! µ

Klagen der Sun-aktionäre bei der SEC

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