Kleinanzeigendienst Craigslist bald erotikfrei?

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Betreiber von Websites haben oft ein Problem – sie können nicht alle Einträge ihrer Nutzer schnell genug kontrollieren, noch dazu auf unterschiedliche Gesetzgebungen der Länder oder nur Bundesländer. Das könnte dem Kleinanzeigendienst Craigslist das Genick brechen: Der US-Bundesstaat South Carolina verlangt, alle sexuell expliziten Einträge zu entfernen, sonst…

…werde man strafrechtlche Maßnahmen einleiten. Hintergrund: in South Carolina ist Prostitution verboten. Der Generalstaatsanwalt Henry McMaster will das Gewerbe ausrotten – oder wenigstens nicht mehr online sehen. Die expliziten Anzeigen seien auch Minderjährigen zugänglich, und das vielleicht noch mit – igitt! – Nacktbildern! (Pfui!)

Zuindest die lokalen Angebote für South Carolina müssten von diesen Schmutz bereinigt werden, forderte McMaster in einem Brief an Craigslist-Chef Jim Buckmaster. Buckmaster veröffentlichte den Brief sofort im Internet und wies die »nach Prozessen sabbernden Staatsanwälte« zurück. Die müssten doch das ganze Internet an sich verklagen, wo man doch über Google noch viel schlimmeren Schmutz finde. Aber natürlich könnte es sein, dass die Erotikbereiche langsam aus Craigslist verschwinden müssten. Die Anonymität werde wohl bald danach ebenfalls den Bach runtergehen. Kurz und gut: Das ganze sei ziemlich lächerlich.

Weil die Mainstream-Presse zum Thema Internet gerne Bilder von sexuellem Missbrauch und Mord zeichne, werde Craigslist vermutlich nicht ungeschoren davonkommen, meint Techcrunch-Betreiber Michael Arrington.

Womöglich zeichnet sich da eine Parallele zwischen »Zensur-Ursel« in Deutschland und »Prüderiemeister« McMaster in South Carolina ab – beide meinen es vielleicht nur gut, verstehen aber das Internet einfach nicht richtig. µ

TechCrunch
Craigslist-Brief
Zensur-Ursel

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