»Blips« als neue Online-Werbemasche: Gesammelten Fremd-Content neu sammeln und vermarkten

Allgemein

Content klauen ist nicht gut, aber Themen-Übersichten, die dann aufs Original verlinken, sind gern gesehen. Future Publishing geht noch einen Schritt weiter und aggregiert die Aggregatoren, nennt es »Blips« und verkauft Werbung auf den eigenen »Übersichten der Übersichten«.

Masse statt Klasse ist offenbar in Zeiten der Finanzkrise der einzige Weg, seine Werbung unters Volk zu bringen: Viele Werbe-Agenturen mit inzwischen minimiertem Personal schaffen es zeitlich nur noch, einmal ihre Werbung für Medien mit großen Reichweiten aufzubereiten – die genaue Zielgruppen-Anpassung ist eben zu aufwändig. Wohl darum sieht so viele Werbung unpassend oder doof aus.

Ein schlauer Kopf bei Future Publishing hatte sich da wohl gedacht, man könnte doch die vielen kleinen spezialisierten Contents, die es allesamt als RSS-Feed gibt, zusammenfassen. Sucht man etwas zu einem bestimmten Thema, gibt es schon RSS-Aggregatoren, in denen Leser das Neueste zu Ihrer Nische erfahren. Warum also nicht diese (zu) vielen Aggregatoren nochmals aggregieren und quasi zu jedem Stichwort etwas anbieten zu können, ohne selbst Inhalte produzieren zu müssen? Dazu gab es bereits die Technik des kleinen Unternehmens Balhype, das voriges Jahr dann für drei Millionen Dollar an Future verkauft wurde.

Gesagt, getan, und es war nicht einmal ein Marketing-Brainstorming nötig: Die »Blips« entstanden bereits vorher beim gekauften Internet-Unternehmen. Auf diesen Blip-Webseiten sammeln sich viele Themen und damit viele Zugriffe vor allem über Suchmaschinen. Auf Dailyradar gibt Future eine Übersicht der aktuellen Blip-Themen. Daneben kann das Medienhaus aus seinen restlichen bestehenden Nischenmagazinen Content einstreuen und sich so noch als Verlagshaus darstellen – statt nur noch als Content-Sammler. Nun werden monatlich ein halbes Dutzend neue Blips zu neuen Nischenmärkten eröffnet.

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(Das "TechBlip")

Mit diesem Trick hat Future sowohl die Spezialisierung als auch die Masse gefunden. Erick Schonfeld von TechCrunch sieht hier aber nur eine kurzfristige Nutzung der Krise – langfristig werde sich alles ins verteilte Nichts verrennen: Die auf die Masse verteilte Werbung erreiche schließlich kaum noch die anvisierte Zielgruppe. µ

(http://www.techcrunch.com/wp-content/uploads/2009/05/earthblips.jpg
(und hier der Umweltfeed "Eearth-Blip")

Techrunch über Futures Blips

Future Publishing

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