Microsoft greift Google auf politischer Ebene an

Big DataData & StoragePolitikRechtSicherheitSoftware

Mit gezielter Lobby-Arbeit in Brüssel versucht Microsoft die Datenschutzbedenken gegen Google zu verstärken.

Micrsoft nimmt einem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge vor allem über die Initiative for a Competitive Online Marketplace (ICOMP) Einfluss, die beispielsweise Konferenzen zum Thema Datenschutz und Wettbewerb im Internet veranstaltet. Zwar wird ICOMP von verschiedenen Firmen unterstützt, einziges zahlendes Mitglied ist laut der FTD aber Microsoft. Auf diese Weise versucht der Software-Konzern die Kritik an Googles Umgang mit Nutzerdaten zu verstärken, um Internet-Nutzer und Politiker zu beeinflussen.

Derzeit prüft die EU-Kommission, ob sie ihren Online-TV-Kanal EUtube weiterhin via YouTube betreibt, weil beim Videoportal Cookies länger gespeichert werden, als die EU das gern hätte. Bei Google ist man zwar zuversichtlich, sich einigen zu können, doch dies wird vom Abgeordneten Alexander Alvaro torpediert. In einer Anfrage will er wissen, was die Kommission zu tun gedenke, um die Daten der EUtube-Nutzer besser zu schützen. Damit erhöht er den Druck auf die Kommission, sich eventuell doch einen neuen Partner zu suchen. Pikant daran: Alvaro war schon Gastgeber bei ICOMP-Veranstaltungen und wird der FTD zufolge bei Microsofts PR-Agentur als »unser Abgeordneter« bezeichnet. (Daniel Dubsky)