Künstliches Rauschen soll Strom im DSL-Netz sparen

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Zwar bringt die DSL-Technik bereits einen Energiesparmodus mit – der wird aber nicht genutzt, weil er benachbarte Systeme stört. Künstliches Rauschen kann das dem Fraunhofer Institut zufolge verhindern und allein den deutschen Netzbetreibern 15 Millionen Euro pro Jahr sparen.

Mit ADSL2 und ADSL2+ wurde ein L2 getaufter Stromsparmodus eingeführt, der bei ruhender Kommunikation die Sendeleistung absenkt. Damit könnten Telekommunikationsunternehmen ihren Stromverbrauch um nahezu ein Drittel reduzieren, hat die Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik (ESK) ausgerechnet. Allerdings wird der L2-Modus bislang nicht eingesetzt, obwohl er standardisiert ist und auch von den meisten Vermittlungsstellen und Endgeräten unterstützt wird.

Das Problem: beim Wechsel vom Stromspar- in den aktiven Modus kommt es zu Störungen benachbarter Systeme. Schaltet das erste Modem in den aktiven Modus, kann es die volle Bandbreite nutzen und stellt sich darauf ein. Wachen nun die anderen Modems auf, bekommt das von den Wissenschaftlern Opfer-System getaufte Modem massive Probleme – es muss sich neu initialisieren und kann erst nach etwa einer halben Minute mit deutlich reduzierter Datenrate wieder eine Verbindung aufbauen.

Abhilfe könnte allerdings ein künstliches Rauschen schaffen, wie die Wissenschaftler herausgefunden haben. Damit wird den Modems eine für das genutzte Kabelbündel typische Störumgebung vorgetäuscht – das erste aktive Modem baut dadurch eine Verbindung auf, die auch dann stabil bleibt, wenn andere Modems aufwachen. Die Technik ist laut Fraunhofer ESK bereits einsatzfähig und könnte zeitnah eingeführt werden. (Daniel Dubsky)