Bayern vs. Killerspiele

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Die Spieleindustrie habe zu großen Einfluss auf die Alterseinstufung von Computerspielen, kritisieren bayerische Politiker und wollen nun mit Testkäufern prüfen, ob Händler nicht freigegebene Spiele auch an Jugendliche verkaufen.

In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen bezeichnete der bayerische Innenmister Joachim Hermann die Unabhängige Selbstkontrolle (USK) der Spiele-Hersteller als »völlig unzureichend«. Die gebe Spiele frei, die »weit in den Bereich der Gewaltverherrlichung gehen«, doch der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien seien die Hände gebunden. Sei die Freigabe erteilt, könne sie das Spiel nicht mehr verbieten.

Ähnlich sieht das Herrmanns Parteikollegin, die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer. »Die Altersfreigabe macht den Bock zum Gärtner«, sagte sie und kündigte an, mit jugendlichen Testkäufern zu überprüfen, inwieweit sich Spiele-Händler an die Altersfreigabe halten. »Wir haben Anhaltspunkte dafür, dass ein ganz großer Teil der Kinder und Jugendlichen Spiele, die für ihr Alter nicht zugelassen sind, am Ladentisch erworben haben«, erklärte die Ministerin gegenüber Antenne Bayern.

Haderthauer und Herrmann fordern, dass die USK ihre Beurteilungspraxis ändert. Zudem müsse das Jugendschutzgesetz angepasst werden, damit die Bundesprüfstelle unabhängig von der Altersfreigabe tätig werden kann, so Hermann. (Daniel Dubsky)