Angeblich höchste Erkennungsrate führt zu Abmahnung

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G Data wurde vergangene Woche von Symantec abgemahnt. Der Schuss ging offenbar nach hinten los: Die deutsche Security-Firma münzte dies gleich in kostengünstige PR um.

G Datas PR-Mann Thorsten Urbanski ist bekannt für seine manchmal vielleicht absichtlich stark formulierten Meldungen. Seine schnelle Reaktion auf Symantecs Einschaltung einer Anwaltskanzlei gegen G Datas Werbung hat sicherlich zum Lächeln in der Security-Branche beigetragen.

Dieser geht es zwar trotz Finanzkrise vergleichsweise gut, doch das hindert die Beteiligten nicht, mit allen Bandagen gegen die Konkurrenz um Marktanteile zu kämpfen.
Nachdem Urbanski am Freitag eine Meldung an die Presse lancierte (»Blitzmeldung: G Data Generation 2010 versetzt Mitbewerber in Panik«) gingen die Mitarbeiter des großen Softwarehauses Symantec erst einmal ruhig ins Wochenende. Den Rest sollen doch erst einmal die Anwälte klären.

Die Abmahnung reibt sich an den Werbeformulierungen der G Data, man sei der preiswerteste Anbieter unter den Antivirenfirmen und zugleich auch der schnellste und der mit der höchsten Erkennungsrate. Vergleichende Werbung, früher verboten und auch jetzt nur erlaubt mit Angabe der Fakten und Quellen, treibt noch immer manchem Wettbewerber (Verzeihung, seit dieser CeBIT spricht man von “Marktbegleitern”) die Zornesröte ins Gesicht.

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Der Stein des Anstoßes

Urbanski: »Wir sehen das vorerst ganz anders und unterschreiben noch nichts. Man sollte sich durch seine Produkte absetzen, nicht durch solche Methoden«. Den Punkt »preisgünstigste« bezog Symantec übrigens darauf, dass es doch auch kostenlose Tools gäbe. Das könne man so nicht vergleichen, meint G Data. Doch den Punkt mit der Erkennungsrate und -Geschwindigkeit setzte G Data beim zweiten Scan an; beim ersten ist man ohne die zwischengespeicherten Daten von zuvor eben nicht immer der Schnellste. Da könnten die Anwälte der Gegenseite vielleicht noch einhaken.

Die Abmahnung von Symantec ist vermutlich die dritte in 5 Jahren. Ob die eine oder andere Unterlassungserklärung unterschrieben wurde, ist nicht bekannt. An der Marktsituation, die sich auch stark am Verkaufspreis orientiert, haben die Anwälte bisher nichts ändern können.

Wer schon Preise vergleicht, sollte ruhig einmal die Daten von Onlineshops und im stationären Handel durchforsten – Kaspersky bereitet gerade ein Roll-Out seiner neuen Generation vor und senkt die Preise der Vorversion. AVG hat erst kürzlich eine neue Version seines kostenlosen Virenscanners veröffentlicht; die kommt allerdings ohne Rootkit-Schutz. Und BitDefender, bisher vor allem bekannt für die Weiterlizenzierung seiner Engine, startet nun mit eigenen Produkten im deutschen Markt durch. Noch relativ teuer, aber im Handel kann sich vieles ändern. Nach Installation und erstem Test aller dieser Produkte stellte sich heraus: alle arbeiten gut und schlucken nicht mehr so viele Ressourcen wie ihre Vorgänger. Schwierig war bei einigen vor allem das nötige Deinstallieren der Konkurrenzprodukte, die sich oft tief ins System einnisten. Auch Symantec tut dies. µ

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