Amazon gewinnt in der Krise

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Viele büßen ein in der Finanzkrisenzeit, doch Amazon macht in diesem Quartal 24 Prozent mehr Gewinn. Die so nicht erwartete Nachfrage nach dem eBook-Reader Kindle soll dazu beigetragen haben.

177 Millionen Dollar Gewinn – das sind 24 Prozent Zuwachs. Während eBay schwächelt und die US-Elektronikmarktkette Circuit City Zahlungsunfähigkeit anmeldete, holt E-Commerce-Spezialist Amazon alle Kunden zu sich und nimmt mit seinem Kindle-Projekt noch zusätzlich Geld ein.

Die Nachfrage nach dem eBook-Reader übertreffe die kühnsten Erwartungen, erklärt Amazon-Chef Jeff Bezos in seiner Börsenmitteilung. Die Umsatzsteigerung des Gesamtkonzerns um 18 Prozent auf 4,89 Milliarden US-Dollars hatten nicht einmal die Aktien-Analysten erwartet (sie hatten immerhin schon 4,76 Milliarden erwartet), und dass das Kindle so stark dazu beiträgt, glaubten sie erst recht nicht.

Wie viele Geräte man wirklich verkaufen konnte, wurde nicht bekanntgegeben, doch die Finanzprofis der inzwischen größten US-Bank JPMorgan Chase trauen Amazon sogar zu, 2009 eine halbe Million der tragbaren Buchlesegeräte zu verkaufen und alleine mit ihnen einen Umsatz von 96 Millionen US-Dollars zu generieren.

Der Gewinn am Kindle ist außerordentlich hoch, rechnet Marktforscher iSuppli aus: Die Produktion koste angeblich nur 185 Dollar, der Preis des Geräts liege aber bei 359 Dollar. (Manfred Kohlen)

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