Freenet: Kinderporno-Sperren werden teuer

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Beim Provider Freenet geht man davon aus, dass die Kinderporn-Sperren einen sechs- bis siebenstelligen Betrag kosten – und die Internet-Nutzer beim Surfen bremsen.

In einem Gespräch mit den Kieler Nachrichten hat Freenet-Vorstand Eric Berger neue Argumente gegen die von der Bundesregierung geplante Sperre für Webseiten mit Kinderpornografie vorgebracht. Berger sagte, er ginge davon aus, dass die Umsetzung der Sperren mehrere Monate dauern würde und die Provider eine sechs- bis siebenstellige Summe investieren müssten. Zudem gäbe es wahrscheinlich auch Beeinträchtigungen für den Internet-Nutzer: »Es kann durchaus zu Verzögerungen beim Seitenaufbau und der Surfgeschwindigkeit kommen. Das ist die Konsequenz, wenn man etwas filtert. Natürlich kann man dies durch Investitionen in noch mehr Maschinen und Personal ausgleichen.«

Dass einige Provider die Sperre schon auf freiwilliger Basis einführen wollen, kann Berger nicht verstehen. Dafür müsste man den gesamten Internet-Verkehr der Kunden filtern, um zu entscheiden, ob es sich um erlaubten oder nicht erlaubten Traffic handelt. Das stehe im Widerspruch zu den bestehenden Gesetzen und sei ein Eingriff in das Fernmeldegeheimnis, warnt der Freenet-Vorstand. (Daniel Dubsky)