Gegen Internet-Sperren: FoeBuD startet unzensierten DNS-Server

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Es gäbe keine Garantie, dass die geplanten Sperren für kinderpornografische Inhalte nicht auf andere Webinhalte ausgeweitet würden, meint der FoeBuD und hat daher einen öffentlichen DNS-Server eingerichtet, auf dem nicht gefiltert wird.

Durch die geplanten Internet-Sperren sieht der Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs (FoeBuD) die freie und unbeobachtete Kommunikation im Internet bedroht. Zwar ginge es derzeit nur darum, Webseiten mit Kinderpornografie auszufiltern, doch neue Möglichkeiten der Kontrolle würden in der Regel auch neue Begehrlichkeiten wecken, erklärt man. Eine Garantie, dass die Zensurliste nicht ausgeweitet wird, etwa auf Webseiten politischer Organisationen oder der Presse, gäbe es nicht. Da die Liste nicht öffentlich zugänglich sei, stehe zu befürchten, dass die Rechtmäßigkeit einer Sperrung keinerlei Überprüfung unterliege.

Daher hat der FoeBuD einen öffentlichen DNS-Server (85.214.73.63) eingerichtet, auf dem nicht gefiltert wird und mit dem man die Sperren umgehen kann. Dieser dürfte wohl als erstes für die Kunden der fünf größten hiesigen Zugangsprovider interessant werden, die sich vergangene Woche verpflichteten, die Filtermaßnahmen auch ohne Gesetz auf freiwilliger Basis umzusetzen. (Daniel Dubsky)