Südkorea: Blogger Minerva darf weiter bloggen

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Minerva wurde vorgeworfen, in seinen Beiträgen über die Finanzkrise falsche Informationen verbreitet und damit dem Markt geschadet zu haben. Ein Gericht sprach in nun jedoch frei.

Mit pessimistischen Prognosen brachte es der 30jährige Park Dae-sung im vergangenen Jahr in Südkorea zu einiger Bekanntheit. Unter dem Namen Minerva bloggte er über die Finanz- und Wirtschaftskrise – und eckte damit offenbar bei der Regierung an. Im Januar wurde er verhafte und angeklagt, durch die Verbreitung von Falschinformationen dem Markt und den Interessen der Öffentlichkeit zu schaden. Kritiker meinten allerdings, es ginge der Regierung in dem Prozess lediglich darum, die öffentlich Meinung zu kontrollieren, denn auch einige Analysten hatten berichtet, auf sie sei Druck ausgeübt worden, keine negativen Ansichten zur Wirtschaftslage zu vertreten.

Park wurde vorgeworfen, mit einem Posting im Dezember starke Währungsschwankungen verursacht zu haben, weshalb die Finanzbehörden den koreanischen Won mit Milliardeninvestitionen stützen musste. Wie Reuters berichtet, wurde Park jedoch nun freigesprochen: selbst wenn es eine Bestätigung gäbe, dass seine Informationen falsch waren, so könne man doch nicht davon ausgegen, dass er sie vorsätzlich verbreitet habe, um dem Markt zu schaden, begründete das Gericht seine Entscheidung. (Daniel Dubsky)