IBM: Finanzanalyse mit Supercomputer

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Das schnellste Finanzanalytik-System auf dem Markt hat IBM entwickelt. Es soll Finanzinstituten helfen, die immer größere Flut der Daten nahezu in Echtzeit auszuwerten und Entscheidungen zu treffen.

Meldungen wie diese genießen in Zeiten der Finanzkrise besondere Aufmerksamkeit: Den Prototyp des nach eigener Aussage schnellsten Finanzanalytik-Systems der Welt hat IBM vorgestellt.

Die Technik soll im Vergleich zu bisherigen Finanzhandelssystemen eine Leistungssteigerung um den Faktor 21 im Datenvolumen erreichen.

Zugriff auf Live-Streaming-Daten
Herkömmliche Finanzsysteme werten Datenmengen mit Software-Tools aus, die ähnlich wie Business Intelligence-Systeme arbeiten. Allerdings bleiben die Daten statisch (Data-Snapshot-Verfahren). Der neue Ansatz kombiniert die IBM-Technik InfoSphere Streams mit dem Blue Gene/P-Supercomputer. Damit greift die Analyse-Software auf Live-Streaming-Daten zu.

Durch den Supercomputer soll eine besonders hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit erzielt werden oder wie es in der Mitteilung heißt, »geringe Latenzzeiten«. Latenzzeiten sind die Zeiträume zwischen Datenempfang und daraus abgeleiteten Handlungen.

Datenverkehr verdoppelt sich jedes Jahr
Für Banken und Finanzunternehmen, die darauf angewiesen sind, riesige Datenmengen in möglichst kurzer Zeit zu verarbeiten, wird das Thema Rechenpower und Datenverarbeitung in Echtzeit immer wichtiger. Seit 2003 hat sich der Datenverkehr jedes Jahr annähernd verdoppelt. Heute fallen pro Sekunde bis zu zwei Millionen Nachrichten an.

Bei dem Projekt hat IBM mit dem kanadischen Finanzdienstleister TD Securities zusammengearbeitet. Wann die Technik marktreif sein wird, ist zurzeit noch nicht bekannt.
(Mehmet Toprak)  Bild: IBM

Weblinks
TD Securities
IBM InfoSphere Streams
Prototyp des Streaming Systems