Houston,Texas: Heimat der Taliban!

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Zumindest im Internet befinden sich die Extremisten auf US-Boden, wenn man amerikanischen Medienberichten Glauben schenkt: Die afghanischen Islamisten und Al-Quaida hätten hier ihre Server gemietet. Einfachkeit und Anonmität würden es erst ermöglichen, dass sich Extremisten direkt aus dem Feindesland heraus äußern können.

Ausgerechnet im Heimatstaat des ärgsten Feindes George W. Bush haben sich die Taliban eingenistet. Genauer gesagt: Auf Servern des Hosters ThePlanet. Entdeckt habe es ein Blogger, berichtet die Washington Post.

Die  Guppe »Islamic Emirate of Afghanistan« $prahlte vergangene Woche auf ihrer Website, sie sei verantwortlich für den Angriff auf die »Imperialisten«, genauer gesagt, die westlichen Streitkräfte in Afghanistan. Vier Soldaten seien getötet worden und die Mudschahiddin hätten ihnen Waffen und Munition abgenommen. Tatsächlich wurden am 25. März NATO-Soldaten angegriffen, wenn sich die NATO-Protokolle auch anders lesen als die Pseudo-Pressearbeit der Taliban.

Die Worte seien zwar von den Taliban gekommen, meldet die Zeitung – aber über US-amerikanische Server in die Welt hinausposaunt worden. Der Betreiber der Server vermietet lediglich den Webspace und wusste nichts von seinem »Glück«, heißt es in einer Antwort auf Journalisten-Anfragen. Die militante Taliban-Gruppe nutzt die Website nun schon über ein Jahr und berichtet darauf über Selbstmordattentate, Raketenangriffe und andere Attacken auf die Alliierten. Für knapp 70 Dollar im Monat und per Kreditkarte konnten sie so ihr Unwesen mitten aus dem Feindesland heraus treiben.

Die Keditkarte und die Website sind mittlereile übrigens gelöscht. Den Journalisten der Washington Post zufolge ist das aber längst nicht das Ende. Andere Web-Hoster in den USA betreiben nach wie vor Websites für Extremisten. Rita Katz, Mitgründerin der Firma Site Intelligence Group, die seit 2003 die Kommunikation von Islamisten untersucht, erklärt gegenüber der Zeitung, die relativ günstigen Preise amerikanischer Hoster und die gebotene Anonymität zögen die Extremisten nahezu magisch an. Und man könne jederzeit auf andere Server umziehen.

Die Taliban-Website http://Toorabora.com zum Beispiel ist beim Abieter Tulix Systems noch immer aktiv. Die Site vertritt eine Gruppe aus dem Nordwesten von Afghanistan, die im vergangenen Jahr besonders aktiv im Kampf gegen die USA war. Weitere Seiten verschwinden schnell und tauchen bei anderen Hostern wieder auf. Die Webhoster haben nicht die Zeit, alles auf ihren Servern auf Inhalte zu zu prüfen – und weil niemand einen BigBrother akzeptieren würde, werden solche Websites auf ewig auftauchen. Ein Hoch auf die freie Meinungsäußerung. µ

Washington Post

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