Krisenmeeting bei Sun Microsystems?

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Die Gespräche zwischen IBM und Sun über eine Übernahme liegen auf Eis. Das Sun-Management sucht jetzt einen Ausweg aus der Krise, schreibt eWEEK.com. Sun-Gründer Scott McNealy bangt um sein Lebenswerk.

Platzt die Übernahme von Sun Microsystems durch IBM? Insiderberichte über die Gespräche zwischen den beiden Firmen lassen jedenfalls auf eine verfahrene Situation schließen. Angeblich hatte das Sun-Management ein IBM-Angebot über sieben Milliarden Dollar abgelehnt. Danach waren die Gespräche abgebrochen worden.

Heftige Meinungsunterschiede bei Sun
Nun berichtet Chris Preimesberger in eWEEK.com, dass ein Ausschuss bei Sun über das weitere Vorgehen tagt. Dazu gehören Co-Gründer Scott McNealy, CEO Jonathan Schwartz. Offenbar ist das Interesse an einer Fusion mit IBM ungebrochen.

Allerdings gibt es in der Führungsetage von Sun offenbar heftige Meinungsunterschiede, schreibt Preimesberger. So soll eine Gruppe um Scott McNealy die Übernahme durch IBM inzwischen ablehnen. Möglicherweise befürchtet McNealy den Ausverkauf des Unternehmens, das er als sein Lebenswerk betrachtet.

Mögliche Kartell-Klagen
Hauptdiskussions-Themen sind neben dem Preis von sieben Milliarden, der vielen Sun-Managern als zu niedrig erscheint, auch die Frage, ob IBM nach der Übernahme von Sun auch vor dem zu erwartenden juristischen Sperrfeuer der Kartell-Klagen schützt. Schließlich hätten die beiden Hersteller nach einer möglichen Fusion das Monopol bei Bandlaufwerken und bei Highend-Servern.

Dazu schreibt Brian Babineau von der Enterprise Strategy Group in einem Blog: »Die Kartellfragen scheinen tatsächlich der Knackpunkt bei den Verhandlungen zu sein.«

Der Preis für Sun sinkt
Falls es doch noch zu einer Einigung kommen sollte, dürfte der Preis für die Übernahme deutlich niedriger liegen als noch zu Beginn der Gespräche. Denn seit die Gespräche zwischen den beiden IT-Giganten auf Eis liegen, ist die Sun-Aktie laut eWEEK.com um etwa 25 Prozent im Wert gesunken. Am 7. April lag sie an der New Yorker Börse bei 6,28 Dollar. IBM hatte davor noch 9,40 Dollar geboten.

Gut möglich also, dass Sun-Gründer Scott McNealy sein Lebenswerk deutlich billiger abstoßen muss als erhofft. Die Zeit arbeitet für IBM.

Podcast von Rudi Kulzer
Auch IT-Journalist Rudi Kulzer macht sich in einem Podcast Gedanken über das weitere Schicksal von Sun. Er befürchtet, dass Sun »ein ähnliches Schicksal wie Digital Equipment erwarten könnte. Das Unternehmen war 2002 von Compaq und dann von HP übernommen worden und damit als Marke praktisch vom Markt verschwunden ist.
(Mehmet Toprak)


»Scott McNealy fürchtet um den Untergang seines Lebenswerks« IT-Journalist Rudi Kulzer.


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Weblinks
Bericht auf eWEEK.com
Sun
IBM