Ruft Google Deutschland zur Straftat auf?

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Abmahnanwälte könnten die Bugs in Google Suggest als Straftatbestand sehen – das Google-Tool führt zielgerichtet auf Raubkopien, Cracks und Seriennummern-Generatoren.

eweek-Deutschland-Redakteur Mehmet Toprak hat einen bösen Faux-pas in Google Deutschland entdeckt. Genauer gesagt in Google Suggest, das erst seit Anfang April online ist. Wer dort nach Software sucht, findet unvermittelt Cracks, Peer-to-per-Dateiverzeichnisse mit nicht immer legalen Inhalten oder eben Seriennummern-Angebote, die die Kopien vermeintlich legal machen.

Googles Antwort auf Mehmets Nachfrage war sozusagen ein Achselzucken in Worten. Motto: »Ist ja nur Beta«.  Was da rechtlich noch auf die Googles zukommen kann, war Pressesprecher Stefan Keuchel in dem Moment wohl noch icht ganz klar. Wer ihn kennt,weiß aber, dass er diesen Ball schnellstmöglich nach USA weiterspielt. Diesmal aber muss er, wenn die US-Techniker zu langsam sind, seinen Chefs wohl Anwälte empfehlen, die es gewohnt sind, gegen Abmahner vorzugehen (die jetzt sicher Schlange stehen). Von den Links zu den Kopien abgesehen: Der Slogan »Google ist gut« könnte damit auch als irreführende Werbung gesehen werden.

Toprak sieht eine Versuchung für arglose Anwender – und so könnten es die umtriebigen Abmahner auch sehen. Die Überschrift »Google empfiehlt Softwareklau« ist also nicht ganz aus der Luft gegriffen. Dass das Problem technisch gelöst werden kann, zeigt Yahoo: hier werden die Raubkopien gar nicht erst eingeblendet. Kritiker mögen sagen, dass Yahoo einfach nicht so viel findet wie Google. Aber Anwälte würden sagen, Google fände eindeutig zu viel.

Der furchtlose Mehmet erzählt, er habe dazu noch viele Anfragen an Anwälte, Konkurrenz und Google selbst gestellt. Wenn da der eine oder andere Hammer dabei ist, will er ihn natürlich veröffentlichen. Wir beobachten die eweek-Seiten also mit Spannung. µ

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