Lässt »Natalyas Software« Nutzer ausspionieren?

Allgemein

Gemeint ist die Ex-Frau von Ivgeni, welcher unter seinem englischen Namen »Eugene Kaspersky« bekannter ist. Als Chefin einer neuen Softwarefirma kämpft die Ex nun gegen die »Gefahr von innen«: die Mitarbeiter, also das größte Sicherheitstisiko der Unternehmen.

Einst als Sicherheitsprojekt in den Kasperky Labs gestartet (so stellt es das russische #unternehmen selbst auf seinen Webseiten dar), sollten Datenlecks von innen gestopft statt nur Eindringlinge von außen abgewehrt werden – schließlich litten zum Starttermin im Jahr 2002 noch 70 Prozent der russischen Firmen unter unerklärlichem Filz und Datenschwund, heißt es in der Geschichtsaufarbeitung des neuen Spielers auf dem Markt.

Die Ausgründung des Projekts und seiner Forscher traf sich gut mit der schon lange bestehenden Scheidung der Kasperskys. Jeder bekam nun seine eigene Spielwiese. Die schöne und geschäftlich erfolgreiche Natalya, die schon die Antivirenfirm ihres Mannes zum internationalen Konzern modellierte, wurde also fortan Chefin der ausgelagerten Firma Infowatch.

Infowatch verfügt über hervorragende Kontakte und konnte so die Oligarchen- und Staatskonzerne schnell als Kunden gewinnen. Ob Öl-, Gas-, Telekom-Firmen oder Banken: »Die Kasperskaya« hat mit ihrer Software ganz Russland in der Tasche. Natalya will expandieren und erobert nun die Welt, jetzt auch Deutschland, berichtet IT im Unternehmen.

NATALA

Von Russland aus werden die anderen Märkte beackert, in den Ländern sitzen erst einmal nur vereinzelte Vertriebsbeauftragte. Die Webseiten für andere Sprachen als russisch scheinen zum Start noch aus Übersetzungsprogrammen zu kommen, die ziemlich verwaschen die russische Gramatik 1:1 übersetzen.

Macht nix, denn wichtig ist die »Grammatik« der Software: mit ihr lassen sich seltsame Ereignisse und Datenversendungen erkennen – wenn zu viele Daten geklaut, getwittert, gemessaged  oder gemailt werden, alarmiert TrafficMonitor den Administrator. Und wenn über USB-Geräte Daten mitgenommen werden sollen, blockt DeviceMonitor.

Wer sich durch das radebrechende Deutsch durchwühlt, findet auch einen Punkt, der die Einhaltung von Gesetzen betont. Wie das Tool mit dem deutschen Datenschutz umgeht, wird noch nicht so genau beschrieben, ist aber sicherlich im Geschäftsplan nicht untergegangen. Wer mal in Natalyas Augen geschaut hat, fragt danach aber eh nicht mehr! µ

Infowatch
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