Finanzforum: Risikoplanung für den Worst Case

Allgemein

Angesichts der Turbulenzen in der Weltwirtschaft ist eine Budgetplanung in vielen Firmen obsolet. Ein Finanzforum von IBM Cognos gibt Anregungen für Risikomanagement und dynamische Planung.

David Axson, Gründer der Unternehmensberatung Sonax Group, fährt gerne Auto – und auf deutschen Straßen am liebsten schnell. Als er mit seiner Tochter einmal mit Tempo 150 km/h unterwegs nach Luxemburg ist, fällt ihm ein Bild zu Business Intelligence ein: »Nehmen wir an, auf der Windschutzscheibe wird lediglich alle 30 Sekunden ein aktuelles Bild der Verkehrssituation vor Ihnen eingeblendet. Würden Sie unter diesen Bedingungen 150 km/h fahren?«

Diese Bild zeichnete Axson auch bei seiner Keynote für das IBM Cognos Finance Forum in Köln . Die Horrorvorstellung für Manfred Steinhart, Sales Manager Finance bei novem business applications, Hamburg, ist, dass die Windschutzscheibe ganz schwarz sein könnte, während der Blick durch Seitenfenster, Rückspiegel und Heckscheibe glasklar ist. Kein Zweifel, Business Intelligence ist besonders im Rückblick klasse.

Performance Management verbessert risikobasierte Planung
Aber in Zeiten der Krise sind kontinuierliche Blicke nach vorne gefragt. Daher müssen – so der Planungsexperte Axson – Performance Management Technologien genutzt werden, um eine risikobasierte Finanz- und Unternehmensplanungen zu etablieren.

Steinhart berichtet etwa von einem Unternehmen, dass am Buß- und Bettag 2008 alle Verantwortlichen zusammengetrommelt hatte, um die gesamte Budgetplanung für 2009 umzuwerfen. »In nur zwei Wochen haben die dann mit IBM Cognos Software die gesamte Planung auf Worst-case umgestellt. Und sie fahren nicht schlecht dabei.«

Christoph Papenfuss, Director Cognos Innovation Center und Unternehmensberater David Axson auf dem IBM Cognos Finance Forum in Köln.

Kreditwürdig durch gutes Risikomanagement
Agilität und Flexibilität werden in Krisenzeiten zu einer Handlungsmaxime für Unternehmen, die überleben wollen. Laut Christoph Papenfuss, Director Cognos Innovation Center, IBM, kann man Banken und potenziellen Investoren mit einem gut funktionierenden Risikomanagement, rollierender Planung und einer strategischen Cash-Flow-Optimierung demonstrieren, dass das Unternehmen gut aufgestellt – und deshalb durchaus kreditwürdig ist. Papenfuss rät dazu, gerade jetzt viele Leitfragen abzuarbeiten: Was leisten wir? Warum? Was sollten wir tun?

Auf Seite 2: Kerngebiet von Risikomanagement

Grundwerkzeuge von Business Intelligence
IBM Cognos hat sieben »Rezepte« (Super 7) ausgemacht, an deren Umsetzung sich die Firmen jetzt machen sollten. Wie kann ich meine profitablen Kunden schützen? Wie kann ich die besten Lieferanten nutzen? Und wie profitabel sind unsere Kunden? Solche Fragen gehören zum Grundwerkzeug von Business Intelligence.

Das Kerngebiet von Risikomanagement
Die Krise wirft viele solcher Fragen auf. »Was wäre, wenn wir falsch lägen«, sinniert zum Beispiel David Axson, und versetzt sich dabei in die Position des Managements. »Wie würden wir das merken? Und was würden wir dagegen unternehmen?« Laut Uwe Höhne, Financial Management Consulting, IBM, sind wir bei der Beantwortung solcher Fragen im Kerngebiet von Risikomanagement.

Die Global CFO Study 2008 von IBM hatte im vergangenen Jahr noch nachgewiesen, dass dieses zwar wahrgenommen wurde, aber durchaus nicht im Fokus stand. »Es war eher eine lästige Pflicht, getrieben durch formale Vorgaben wie Gesetze, Basel II oder den Sarbanes-Oxley Act. Jetzt müssen Risikokennzahlen rein in die strategische Unternehmensplanung.«

Risikoereignisse nicht-finanzieller Natur
Höhne spielt das am Beispiel swb Erzeugung, Bremen, einem Energieversorger, durch: »Risikokennzahlen lassen sich zum Beispiel am Alter der Anlagen festmachen – je älter die Anlagen, desto höher das Risiko, dass einmal eine ausfällt.« Mit Business Intelligence-Tools kann man solche Szenarien durchspielen. Höhne sagt: »Die meisten Risikoereignisse sind freilich nicht-finanzieller Natur.« Sie sind also gar nicht durch die eigenen Zahlen verursacht, nicht hausgemacht.’

»Viele Krisen hängen von externen Ereignissen ab«, pflichtet David Axson bei. Der 11. September, der Hurrikan Katrina vor New Orleans oder der Tsunami im Indischen Ozean gehören in diese Kategorie – und natürlich die Pleite der Lehmann Brothers und das Wegbrechen der Haus- und Gebäudekredite in den USA.

Wohl dem also, der jetzt ganz schnell mit den richtigen Werkzeugen What-if-Szenarien durchspielt.
(Immo Gehde/mt)

Weblinks
IBM Cognos Forum
David Axson
ITU-Bericht: Microsoft und Business Intelligence
IBM Global CFO Study 2008