Killerspiele: Bayerns Innenminister fordert Verzicht auf »Tötungstrainingssoftware«

Politik

Der bayerische Innenminister Joachim Hermann fordert von der Computerspielbranche einen freiwilligen Verzicht auf die Herstellung und den Vertrieb von Killerspielen.

»Killerspiele gehören bislang zu den intensiv beworbenen Hauptumsatzträgern der Branche. Mit derartiger Tötungstrainingssoftware, die zum Beispiel von der US-Army zur Vorbereitung von Soldaten auf Kampfeinsätze verwendet wird, dürfen in Deutschland keine Geschäfte mehr gemacht werden«, sagte Herrmann anlässlich der Verleihung des deutschen Computerspielpreises heute in München. Für ihn sei es wissenschaftlich klar erwiesen, dass der andauernde Konsum solcher Spiele die Gewaltbereitschaft fördere und die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, verkümmern ließe. »Damit sind derartige Spiele eine der Ursachen für die erschreckende Jugendgewalt und auch für Amokläufe, in den Szenen aus Killerspielen in die Realität übertragen werden«, ist sich Herrmann sicher. Die Spiele wiedersprächen dem Wertekonsens unserer Gesellschaft, so der Innenminister weiter, und stünden in ihren schädlichen Auswirkungen auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie.

Außerdem wies Herrmann auf die Suchtgefahr der Spiele hin. »Immer mehr Kinder und Jugendliche versinken täglich stundenlang in dieser virtuellen Gewaltwelt. Für Schule und Ausbildung haben sie keine Zeit mehr und drohen, so für unsere Gesellschaft verloren zu gehen.« (Daniel Dubsky)