Bundesnetzagentur senkt Preise für letzte Meile

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Die Telekom-Konkurrenten müssen etwas weniger zahlen, wenn sie vom Ex-Monopolisten Zugang zur letzte Meile erhalten wollen.

Ab sofort betragen die Überlassungsentgelte für den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) 10,20 statt 10,50 Euro. Die neue Regelung gilt bis 31. März 2011 und soll der Bundesnetzagentur zufolge für stabile und berechenbare Rahmenbedingungen auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt sorgen. »Aus der Vergangenheit wissen wir, dass Entgeltentscheidungen nicht immer auf uneingeschränkte Akzeptanz aller Marktakteure stoßen. Dazu sind die Interessenlagen zu unterschiedlich«, erklärte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth. »Trotz der mittlerweile üblichen und sehr schnellen Reaktionen appelliere ich an alle Beteiligten, die getroffenen Entscheidungen erst gründlich zu prüfen, bevor Festlegungen getroffen werde.«

Die Telekom hatte eine Erhöhung auf 12,90 Euro gefordert und mit gestiegenen Kosten pro Anschluss argumentiert. Dem wollte sich der Regulierer allerdings nicht anschließen, verzichtete aber auch auf eine deutliche Absenkung der Entgelte, wie sie viele Wettbewerber gefordert hatten. Die niedrigeren Preise würden ihnen Spielraum für Investitionen in ihre eigene Infrastruktur verschaffen, hieß es – doch genau darüber herrschte bei der Telekom-Konkurrenz Uneinigkeit. Gleich mehrere Regionalprovider, darunter NetCologne und M-Net, traten aus Protest sogar aus dem Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) aus und gründeten den Bundesverband Glasfaseranschluss. Ihre Befürchtung: niedrigere TAL-Preise würden keineswegs zu einem Infrastruktur-Ausbau führen, da auf dem Markt ein heftiger Preiskampf tobe und die Provider Einsparungen direkt an die Kunden weiterreichten. Das aber gefährde die eigenen Glasfaserprojekte. (Daniel Dubsky)