20 Prozent der iPhone-Applikationen schon geknackt

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Apples iPhone-Appstore scheint ein für Software-Piraten zunehmend einträgliches Geschäft zu sein: Marktforschern zufolge wurden schon 20 Prozent der hier erhältlichen kostenpflichtigen Applikationen geknackt und “frei verfügbar” gemacht.

Saftige Zeiten für iPhone-Raubkopierer: Einmal vom Store heruntergeladen, schnell gecrackt und noch billiger angeboten – oder als Demoversion mit Zahlungsoption, natürlich ans eigene Konto umgeleitet, und fertig ist der Grundstock für Cracker’s Vermögensaufbau. Analysen zufolge sei von den 25.000 Anwendungen auf dem Apple-iPhone-Store schon ein Fünftel »entfleucht« und frei verfügbar. Eric Litman, Chef von Marktforscher Medialets, der diese Zahlen zusammengestellt hat, erklärt, er habe dutzende von iPhone-Apps nachverfolgt und sei auf Anwendungen gestoßen, deren Verbreitungs-Rate oft bei 100 raubkopierten zu einer einzigen legalen Version liege.


Photo: GreggFuller/Wired.com (Für Abmahnanwälte: wir verlinken hier nur, das Bild steht NUR bei den Original-Urhebern. Auf Wunsch wird der Link wieder entfernt)

Klingt nach dem üblichen Blabla über die ach so dreisten Raubkopierer. Dabei könnte der Wurm doch im Apple selbst liegen: Der IT-Spezialist hat wohl in seinen eigenen Apfel gebissen, indem er keine Demoversionen im AppStore duldet – nur Vollversionen oder Freeware. Man kann also nicht mal was ausprobieren, bevor man es bezahlt.

Der Osthändler selbst ist wie immer verschlossen, wenn es um Kommentare oder Zahlen geht. Dabei tauchen immer wieder iPhone-Programme als »dezentrale Sicherheitskopien« (hüstel…) auf. Laut Wired gab es zum Beispiel eine 5,4 Gigabyte große Bittorrent-Datei namens »X-Mas iBrain Pack« mit 808 geknackten iPhone-Anwendungen. Auf Appulo.us beschwert sich der Betreiber, dass Apple seine eigenen User mit dem AppStore zu sehr einschränke, daher biete man einen eigenen Shop für iPhone-Apps. Dort fanden sich dann ungefähr 3200 geknackte Files.

Daneben gibt es Dutzende von Websites, die immer noch Raubkopien der iPhone-Programme anbieten. Es sind ja angeblich nur Trial-Versionen, und die seien nicht illegal. Und Wired zitiert in einem Artikel den Chef von BeeJive, Kai Yu: Seine Instant Messaging-Anwendung koste doch nur 16 Dollar, aber trotzdem würden 60 Prozent der User-Aktivitäten von Raubkopien stammen. Mangels Kontrollmechanismen bei Apple könnte sich jeder die kostenpflichtigen Apps herunterladen und oft auch ohne Zahlung aktivieren. Gerüchten zufolge arbeitet Apple jedoch an einer Lösung im Sinne der Anbieter. Aber psst, Apple will noch nix sagen! Man verschlechtert damit doch sicher nur die Zugriffszahlen… (Manfred Kohlen)

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