Kabel Deutschland: Kundendaten an dubiose Call Center weitergereicht

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Mit agressiver Telefonakquise hat Kabel Deutschland versucht, seinen Kunden Internet- und Telefondienste schmackhaft zu machen. Dafür wurden auch unseriöse Call Center beauftragt – nun kursieren die Kundendaten im In- und Ausland.

Wie Recherchen der Wirtschaftswoche ergaben, beauftragte Kabel Deutschland einige externe Call Center, um seine 9,1 Millionen Kunden anzurufen und für Internet und Telefon übers TV-Kabel gewinnen. Einige Call Center reichten die Daten an Sub-Unternehmer weiter, weil der Auftrag zu groß war – mit unangenehmen Konsequenzen. Die Daten flossen in zweifelhafte Kanäle, die Kunden werden immer wieder von Werbeanrufen belästigt.

Eines der von Kabel Deutschland beauftragten Call Center war nach Informationen der Wirtschaftswoche die Condor Media AG. Dort war man mit einer Million Kundendaten überlastet und schaltete andere Call Center ein. Weil die Anrufcomputer nicht funktionierten, die die Mitarbeiter automatisch mit den Kunden verbinden, schickte man den Sub-Unternehmern Excel-Dateien mit den vollständigen Kundendaten – ein Fehler, wie man mittlerweile einräumt.

Die Verträge mit auffälligen Call Centern hat Kabel Deutschland inzwischen gekündigt. Man arbeitet nur noch mit drei Anbietern zusammen, die man ausgiebig geprüft hat und denen man den Einsatz von Sub-Unternehmern verbietet. Telefonverkäufe machen daher nur noch acht Prozent aus, die Kunden versucht Kabel Deutschland nun mit Werbebriefen und via Internet von den neuen Diensten zu überzeugen. (Daniel Dubsky)