Die 7 Hürden der IT-Modernisierung

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Viele Unternehmen zögern bei der IT-Modernisierung, weil sie die Risiken fürchten. Unisys-Experte Gerd Elzenheimer erklärt, wie Manager die Hürden bei der Modernisierung nehmen.

Veraltete Betriebs- und Entwicklungsumgebungen, Schnittstellen ohne Ende und unzureichende Dokumentation sind typische Merkmale von »renovierungs-bedüftigen« Legacy-Systemen. Trotz wirtschaftlichen Abschwungs bleibt der Modernisierungsbedarf in deutschen Unternehmen hoch. Wer kann es sich heutzutage schon leisten, wegen begrenzter Performance des Legacy-Systems auf Umsätze zu verzichten?

Trotzdem zögern viele bei der IT- Modernisierung. Welche Faktoren hindern das Durchstarten?

Keine gezielte Unterstützung für Innovationen
Nach außen sind Unternehmen stets bemüht als IT-Innovatoren aufzutreten – Anspruch und Wirklichkeit klaffen hierbei jedoch weit auseinander. Dies zeigt eine im November 2008 von Unisys durchgeführte Studie.

62 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in den kommenden drei Jahren Innovationen verstärkt fördern oder sogar führend darin sein werden. Allerdings meinten 70 Prozent, dass sie aktuell keine gezielte Unterstützung für Innovationen haben oder diese nicht sehr ausgeprägt, beziehungsweise gerade erst im Entstehen ist.

»IT-Verantwortliche neigen zur Trägheit« Gerd Elzenheimer von Unisys

Eine gefährliche Strategie, denn der globale Wettbewerb verschärft sich weiter. Unternehmen expandieren in neue Regionen und stehen unter Druck, neue Produkte oder Dienstleistungen schnellstmöglich in den Markt einzuführen – der Bedarf, Geschäftsprozesse eng mit den Funktionalitäten der IT zu verzahnen, bleibt hoch. Was aber hindert die Unternehmen geeignete Modernisierungsprozesse anzustoßen?

IT-Modernisierung: die 7 Hürden

Zu diesem führte Unisys im vergangenen Jahr einen Dialog mit 50 CIOs und IT-Entscheidern privater Unternehmen und öffentlicher Institutionen. In den Gesprächen kristallisierten sich eine Reihe von Problemen heraus, mit denen sich IT-Entscheider konfrontiert sehen, wenn sie Modernisierungsprojekte in Gang setzen wollen:

1. Kosten
Trotz der potenziellen Kosteneinsparungen haben Unternehmen Schwierigkeiten Vorschuss-Budgets für die Finanzierung von Modernisierungsprojekten zu bekommen.
2. Risiko
Viele Manager fürchten auch die Risiken, vor allem, wenn unternehmenskritische Applikationen verändert werden sollen.
3. Trägheit
Solange kein persönlicher Nutzen erkennbar ist und grundsätzlich alles läuft, neigen IT-Verantwortliche außerdem schlichtweg zur Trägheit.
4. Tagesaktuelle Verpflichtungen
Damit verbunden ist außerdem das Dilemma der IT-Admins, tagesaktuelle Aufgaben und Maintenance-Verpflichtungen ins Gleichgewicht mit Modernisierungsbemühungen zu bringen sind.
5. Planungsaufwand
Komplexität, beträchtlicher Planungsaufwand und die Dauer bis sich die Arbeit rechnet, also der Faktor Zeit, kommen erschwerend hinzu.
6. Informationslücken
Nicht zuletzt beklagen sich Admins, dass kaum unabhängige Informationen existieren, die Unternehmen dabei helfen könnten, in ihre individuelle IT-Umgebung richtig zu investieren.
7. Qualität der laufenden Systeme
Nicht zuletzt sind Unternehmen misstrauisch gegenüber Veränderungen durch neue Technologien, da sie die Qualität existierender Systeme beeinträchtigen könnten.

Analyse der Risiken und Möglichkeiten

Unterstützung bei der Überwindung dieser Hürden bieten unabhängige IT-Dienstleister, die mit detaillierten Vorabanalysen Risiken und Möglichkeiten der IT-Modernisierung herausarbeiten können.

Letztlich führt kein Weg daran vorbei: Applikationen und Infrastruktur sind wichtige Teile des Geschäftsvermögens und müssen erhalten, erweitert oder ersetzt werden wie jede andere Ressource im Unternehmen. Auch um nicht den Anschluss an moderne Technologien wie Open Source und Service-Orientierte Architekturen (SOA) zu verlieren.

Faustregel: Nicht mit dem Kopf durch die Wand
Komplexität, Ausmaß und Notwendigkeit sorgfältigster Vorabanalysen zeigt das IT-Modernisierungsprojekt des Britischen Staatlichen Gesundheitsdienstes (NHS) beispielhaft.

Das National Programme for IT hatte zum Ziel, 300 Krankenhäuser und tausende Allgemeinmediziner in ein elektronisches System für die Patientendatenverwaltung einzubinden. Laut Analyse einer staatlichen Audit-Organisation im Jahr 2003, sollten dafür 2,3 Milliarden Pfund einkalkuliert und das Projekt bis 2010 ausgerollt werden. Die Rechnung ging nicht auf: Die Projektkalkulation wurde nachträglich auf 12,6 Milliarden Pfund hochgeschraubt – mit Fertigstellung im fernen 2014.

Die Homepage des IT-Dienstleisters Unisys.

Finanztechnischen Super-GAU verhindern

Um einen finanztechnischen Supergau wie bei dem britischen NHS zu vermeiden, ist eine allumfassende Bewertung des aktuellen Software-Anlagevermögens zu empfehlen, inklusive dem Wert dieser Software für die Organisation, des Risikos und der geschäftlichen und technologischen Abhängigkeiten.

Dabei sollten sich Unternehmen von einem anbieterunabhängigen IT-Dienstleister mit umfangreichen Erfahrungswerten beraten lassen. Unisys hat hier für seine Kunden einen Application Portfolio Management (APM) Service entwickelt. Unternehmen erfahren so, welche Applikationen zwingend notwendig sind, wo Überlappungen existieren oder welche Anwendungen obsolet sind.

Mikroanalyse folgt auf Makroanalyse
Mit dem Start des Projektes folgt auf die Makroanalyse die Mikroanalyse. Dabei werden bereits existierende Funktionalitäten identifiziert und für die Wiederverwendung im neuen System gerüstet.

Unisys unterstützt die Analyse mit Knowledge-based Management Services (KPM). Diese verringern die Risiken, die normalerweise mit einer Gesamtumstellung der IT einhergehen, indem der Schwerpunkt zunächst auf eine priorisierte Gruppe von Applikationen gesetzt wird. KPM wird eingesetzt bei hochwertigen Applikationen im Kerngeschäft, Anwendungen mit hohen laufenden Kosten oder Software, die auf veralteten Technologien basiert.

Geschäftsprioritäten treiben Modernisierung
Unter IT-Modernisierung verstehen viele IT-Verantwortliche immer noch nur Hardware-Infrastruktur und den Wechsel von proprietären Mainframe-Plattformen zu offenen Systemen beziehungsweise Commodity-Servern.

Langfristigen Erfolg bringt aber nur ein ganzheitlicher Ansatz – einer, der alle Workflow-Ebenen des Unternehmens einbezieht, das heißt, Strategie, Prozess, Anwendung und Infrastruktur umfasst. Anders ausgedrückt: Enterprise Asset Modernisation ist ein Ansatz, der von Geschäftsprioritäten und nicht von Technologie getrieben wird.
(Gerd Elzenheimer/mt)

Gerd Elzenheimer ist Marketing Manager Worldwide Marketing and Communications, Unisys Deutschland. Unisys ist ein weltweiter IT-Dienstleister und Lösungsanbieter.

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