Studie: Gehaltserhöhung trotz Finanzkrise

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Auch in Krisenzeiten steigen die Gehälter in Chefetagen. Das zeigt eine aktuelle Studie von Kienbaum. Allerdings fließt das Geld nicht mehr so üppig wie noch 2007.

In Führungsetagen verdienen Briten und Deutsche am besten. 585 000 Euro im Jahr bekommt ein Vorstandschef durchschnittlich in Großbritannien, sein deutscher Kollege kommt auf 535 000 Euro. Das ergibt sich aus einer aktuellen Kienbaum-Studie zur »Vergütung von Führungskräften in Westeuropa«.

Im Mittelfeld liegt der schwedische Vorstandschef mit 420 000 Euro. Am Ende des Gehaltsrankings aus Firmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern liegen holländische (271 000 Euro) und spanische CEOs (230 000 Euro).

Gehaltserhöhug trotz Finanzkrise
Die Studie geht auch der Frage nach, wie sich die Finanzkrise auf die Gehaltsentwickung bei Führungskräften auswirkt. Antwort: Gar nicht so stark, wie man das erwarten könnte. Im Schnitt fielen diese von 2008 auf 2009 zwar niedriger aus als im Vorjahr, waren aber immer noch ansehnlich. So kamen die britischen Geschäftsführer auf 2,9 Prozent mehr Gehalt (Vorjahr: 5,1 Prozent), und deutsche Chefs konnten sich sogar über vier Prozent mehr auf dem Konto freuen (Vorjahr: 4,9 Prozent).

Alexander v. Preen, Geschäftsführer der Kienbaum Management Consultants sagt dazu: »Die getrübte Konjunkturentwicklung, insbesondere hervorgerufen durch die Finanzmarktkrise, führt nicht zwingend zu einer Stagnation der Gehaltsentwicklung. Ein Trend zur grundsätzlich restriktiven Verteilung der Budgets kann jedoch festgestellt werden.«

Briten verdienen am meisten
Die Kienbaum-Studie hat auch die Gehälter über alle Positionen hinweg betrachtet: Auch hier liegen die Briten im Gesamtranking an der Spitze. Dahinter folgen Schweiz, Deutschland und Österreich. Am unteren Ende des Spektrums liegen Schweden, Italien, Spanien und Frankreich.

Deutlich wird das an folgendem Beispiel:
Jahresverdienst Vertriebsleiter (100 bis 1000 Beschäftigte)
– England 191 000 Euro
– Schweiz 137 000 Euro
– Österreich 133 000 Euro
– Italien 122 000 Euro
– Frankreich 109 000 Euro

»Trend zur grundsätzlich restriktiven Verteilung der Budgets« Alexander v. Preen, Geschäftsführer der Kienbaum Management Consultants

Nichts geändert hat sich auch an der alten Regel, dass die Gehälter im Bereich in der Produktion eher bescheiden ausfallen, während im Bereich Finanzen großzügiger entlohnt wird. Ein Finanzdirektor in Deutschland in einem Unternehmen mit 100 bis 1000 Mitarbeitern verdient 128 000 Euro.

Im Trend: Leistungsbezogene Vergütung
Einen immer höheren Stellenwert nehmen variable Vergütungsmodelle ein. Kienbaum-Geschäftsführer v. Preen nennt das ein »atmendes Vergütungssystem«, das nicht nur aus Leistung, sondern auch auf die Konjunktur oder Auftragslage eines Unternehmens reagieren kann. Bei britischen, deutschen und österreichischen Geschäftsführern bestehen die Jahresgesamtbezüge schon zu 30 Prozent aus variablen Vergütungsanteilen.

Angaben von 4307 Unternehmen
Die Kienbaum-Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem European Compensation Network erstellt. Dabei haben die Analysten die Angaben von 131 047 Positionen aus insgesamt 4307 Unternehmen ausgewertet. Folgende Länder waren beteiligt. Belgien, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Niederlande, Österreich, Spanien, Schweden und Schweiz.

Die komplette Studie können Interessenten zum Preis von 1800 Euro (+ MwSt) bei Kienbaum erwerben. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Webseite der Managementberatung.
(Mehmet Toprak)

Weblinks
Kienbaum
Kienbaum-Studien
European Compensation Network