Streit nach Absage von Gaming-Event in Stuttgart

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Nachdem die Stadt Stuttgart der ESL kurzfristig den Mietvertrag gekündigt hat, fällt das Intel Friday Night Game aus. Die Frage bleibt: hätte ein Gespräch zwischen Veranstalter und Stadt das vielleicht verhindern können? Das Event wäre schließlich eine gut Plattform für eine Diskussion rund um Killerspiele gewesen.

Eigentlich sollte diesen Freitag das Intel Friday Night Game stattfinden, doch die Stadt hat der ESL gestern den Mietvertrag für die Halle gekündigt. Angesichts des Amoklaufs in Winnenden könne man eine solche Veranstaltung nicht akzeptieren, erklärte Bürgermeister Wolfgang Schuster. Angeblich wollten die Gamer nicht auf die gewohnten Spiele verzichten, die derzeit als Killerspiele heftig kritisiert werden.

Doch die ESL widerspricht: man wäre durchaus bereit gewesen, über eine Verschiebung der Veranstaltung und andere Spiele zu reden, allerdings habe der Hallenbetreiber den Dialog nicht gesucht. Man bedauere die Absage des Events, das ideal gewesen wäre, sich mit dem Computerspiele als Teil der Jugendkultur auseinanderzusetzen.

Wenig hilfreich dürfte allerdings auch Ibrahim Mazari, PR-Chef beim ESL-Veranstalter Turtle Entertainment, gewesen sein. Er erklärte in einem Interview, das Event solle wie geplant stattfinden – ohne Schweigeminute und mit Counter-Strike. Ein Zusammenhang zwischen professionellem E-Sport und dem Amoklauf bestünde in keinster Weise.

Kollateralschaden der Absage: die im Vorfeld des Intel Friday Night Games geplante Eltern-LAN findet ebenfalls nicht statt. Dort hätten sich Eltern einen Eindruck davon verschaffen können, was ihr Nachwuchs am Computer so treibt. Auf der Veranstaltung, bei der auch die Bundeszentrale für politische Bildung mitmacht, bekommen Eltern eine medienpädagogische Einführung in Computerspieleund dürfen auch selbst Hand anlegen. (Daniel Dubsky)