Kupferwunder: Ericsson bohrt VDSL2 auf 500 MBit/s auf

BreitbandNetzwerke

Dem schwedischen Kommunikationsspezialisten gelingt, woran sich die Deutsche Telekom die Zähne ausbeißt: VDSL2 tatsächlich auf ein höheres Niveau zu bringen.

Während hierzulande Telekom-Kunden im Internet zetern, dass ihre ADSL2+-Anschlüsse statt der versprochenen 200 MBit/s in der Praxis lediglich über eine Bandbreite von 16 MBit/s verfügen, stellte Ericsson gerade ein erweitertes VDSL-Verfahren vor, das locker und vor allem tatsächlich 500 MBit/s erreichen soll. Basis ist dabei nach wie vor das gute alte Kupferkabel.

Maximale Leistung nur über Kurzstrecke
Die Schweden nehmen für ihr Leistungswunder gleich mehrere Leitungsstränge (6 Telefonkabel mit Kupferdoppeladern), die per »Line Bonding« miteinander verbunden werden. Dann setzen sie das Verfahren »Crosstalk Cancellation« ein, um mögliche Störungen durch Nachbarleitungen zu unterdrücken. Dadurch können auf momentan 500 m Distanz besagte 500 MBit/s Daten verlustfrei übertragen werden. Das sind immerhin 83 Mbit/s pro Leitung. ADSL2+ schafft eigentlich nur 24 Mbit/s. Provider wie Virgin kriegen 50 Mbit/s hin.

VDSL2 für die letzte Meile
Ericsson liegt damit technologisch klar vorn. Kommerziell wäre das Verfahren nützlich für die Verbindung zwischen Glasfaserhauptanschluss und der traditionellen Kabel-Infrastruktur im Firmengebäude.
(Ralf Müller)

Weblinks

Ericsson

VDSL2

Inquirer über die Ericsson-Pläne

Die 500 Mbit/s-Demonstration

Ericsson VDSL2 (PDF)