Tippverhalten zur Authentifizierung nutzen

AuthentifizierungSicherheitSicherheitsmanagement

Jeder Mensch tippt anders, und so taugt auch das Tippverhalten zur Authentifizierung. Auf der Cebit konnte sich PC Professionell bei Psylock überzeugen, wie gut dieses biometrische Verfahren bereits funktioniert.

Die biometrische Identifikation über das Tippverhalten wurde ursprünglich an der Universität Regensburg erfroscht und an deren Forschungsinstitut ibi research weiterentwickelt. Um Produkte rund um die Tippverhaltensbiometrie kümmert sich seit Dezember 2007 die Psylock GmbH. An deren Cebit-Stand konnte sich PC Professionell einen Eindruck von dem Verfahren verschaffen. Zu Trainingszecken muss der Anwender einen Satz mehrere Male eingeben – das ist in wenigen Minuten geschafft, und schon kann das Tipverhalten beispielsweise für den Login genutzt werden. Ausgewertet werden, wie uns Varvara Becatorou von Psylock erklärte, über 50 Faktoren, darunter die Zeitabstände zwischen den einzelnen Tastenanschlägen, der Rythmus sowie typische Tippfehler und das Korrekturverhalten.

Beim Login tippt der Anwender dann den Satz, wobei kleinere Fehler kein Problem sind, da das System mit einer gewissen Unschärfe arbeitet. Schließlich gibt es immer Schwankungen im Tippverhalten und kein Tippvorgang gleicht dem anderen. So ist es auch nicht weiter problematisch, wenn an einer PC-Tastatur trainiert wurde und der Login dann später über die Tastatur eines Notebooks erfolgt. Da sich das Tippverhalten auch verändern kann, lernt das System mit.

Vorteil der Authentifizierung über das Tippverhalten: der Anwender muss sich kein Passwort merken. Psylock vermarktet das System aber auch für Anwendungen mit höherem Sicherheitsbedarf, die eine 2-Faktor-Authentifizierung verlangen. Hierhat die Tippverhaltensbiometrie Becatorou zufolge den Vorteil, dass keine Fingerprint- oder Smartcard-Reader benötigt werden, was gerade großen Firmen viel Geld sparen kann. (Daniel Dubsky)