Quo vadis, YouTube?

Allgemein

Schwierig ist es, das Geschäft mit der Vermarktung von Musikvideos. Wegen Streits mit der britischen Ausgabe der GEMA muss YouTube auf der einen Seite den Zugang für britische Besucher blockieren; auf der anderen Seite könnte eine neue Anwendung der Site die Werbeeinnahmen abgraben.

Der Konflikt, den YouTube sich mit PRS for Music, dem britischen Pendant zur GEMA liefert, ist im Kern das übliche Gezänk, mit dem die Google-Tochter sich schon immer herumschlägt: Richtig viel Geld hat sich bisher mit der Ausstrahlung von Musik-Videos nicht machen lassen, die Industrie aber schaut auf die stetig wachsenden Nutzerzahlen und argumentiert, dass man davon gefälligst auch profitieren wolle.

Also macht YouTube in Großbritannien erstmal den Kanal offiziell dicht, was allerdings versiertere Internet-Nutzer auf der Insel nicht davon abhalten wird, dennoch Zugang zu den gesperrten Inhalten zu bekommen – der Knatsch mit der Musikindustrie ist also vorprogrammiert.

Kritischer allerdings könnte für YouTube eine Anwendung namens Muziic sein: Die lässt sich als Desktop-Anwendung herunterladen und sucht in iTunes-ähnlichem Design bei YouTube gezielt nach Videos, wobei es auf die ContentID-Software von YouTube zugreift.

Aus den Suchergebnissen lässt sich dann eine Wiedergabeliste zusammenstellen und abspielen, ohne dass man die Werbung, mit der YouTube Geld machen soll, zu Gesicht bekäme – den Zuschauer freut’s, Google grämt sich. Weshalb nun auch geprüft werden soll, ob Muziic den Nutzungsbedingungen von YouTube entspricht – und wer würde sich bei dieser Geschichte nicht irgendwo ganz entfernt an Napster und P2P erinnert fühlen? [gk]

Muziic: Yahoo / AFP

UK-Sperre: Yahoo / AP