Mondpreise für Online-Backup
Das Admin-Wort der Woche KW12/09

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Datensicherung ist gerade in kleineren und mittelgroßen Unternehmen eine undankbare Angelegenheit für den Administrator. Zum einen sind die finanziellen und personellen Ressourcen für die Datensicherung oft zu gering, zum anderen hapert es oft auch an einer geeigneten Infrastruktur zur Lagerung der Sicherungsmedien. Doch nicht alles ist Gold was glänzt.

Adminwort der Woche: Speichern zu Mondpreisen

Administratoren ärgern sich, weil sie immer wieder die manuelle Arbeit rund um regelmäßige Backups vornehmen müssen. Statt sich weiterhin mit den notorisch bockigen Streamern herumzuärgern, kann man Datensicherung aber auch bequem an Dienstleister auslagern.

Theoretisch. Dass die Datensicherung im Rechenzentrum eines auf Online-Backup spezialisierten Anbieters regelmäßig besser aufgehoben ist als im Serverraum des eigenen Unternehmens, dürfte sich ja inzwischen herumgesprochen haben. Nie wieder Bänder wechseln, die Perspektive scheint verlockend, aber auf breiter Front hat sich Online-Backup allen verfügbaren Bandbreiten zum Trotz noch nicht durchgesetzt.

Warum ist das so? Ein Blick in die Preisliste beispielsweise von Arvato  schafft Klarheit. Für einen Grundpreis von 15,90 Euro/Monat gibt es gerade einmal magere 2 GByte Speicherplatz (Stand Anfang März 2009),. Jedes weitere Gigabyte kostet 2,90 Euro/Monat. Wer beispielsweise einen Datenbestand von einem Terabyte sichern möchte zahlt damit rund 2900 Euro, im Monat versteht sich. Allerdings ist Arvato damit im Vergleich fast noch ein Billiganbieter, Mitbewerber wie Steadybackup sind noch viel teurer.

Meine Meinung: Für Unternehmen die mehr als ein paar Gigabyte Daten sichern möchten, ist Online-Backup denkbar unattraktiv. Warum das so ist? Man kann nur mutmaßen, an den Kosten für Speicher kann es jedenfalls nicht liegen. Bei den Amazon S3 Fileservices kostet ein Gigabyte Speicherplatz gerade einmal 0,18 US-Dollar/Monat. Es wird also Zeit, dass endlich ein großer Anbieter in den Markt für Online-Backup einsteigt und Arvato und Konsorten zu zeitgemäßen Preisen zwingt. In anderen Bereichen funktioniert das ja schon. Bei Google Picasa kosten 400 GByte Speicherplatz gerade einmal 500 US-Dollar. Pro Jahr versteht sich, nicht pro Monat.


Der Autor

Sascha Steinhoff lebt und arbeitet als freier Journalist in Bangkok und München. Er veröffentlicht zu den Themen Business-IT, Administration und Fotografie. Sein aktuelles Projekt ist die Webseite www.diasdigitalisieren.info, die sich der digitalen Archivierung analoger Bildaufnahmen widmet. In seiner Zeit als Verantwortlicher für den Netzwerk-Teil der gedruckten Ausgabe der PC Professionell sammelte er zahlreiche Einblicke und Kontakte in die Welt der Administratoren.