Kein Mumm: Microsoft-Protest der Programmierer gestoppt

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Der große Aufstand gegen die Borg ist bereits abgeblasen, die Codierer schlucken die Gehaltskürzung und beugen sich wieder über die Tastatur.

Die Auftragsentwickler hatten vorige Woche aufgeschrien, weil Microsoft ihnen für die gleiche Arbeit 10 Prozent weniger zahlen wird. Doch die Revolution muss ein andermal stattfinden, denn am Wochenende knickte der Wortführer und Organisator des Protestes, Phil Palios, ein – nachdem er zur Umprogrammierung bei Unimatrix 0 einbestellt worden war. Danach schreibt er in seinem Blog: “Ich mag meinen Job wirklich. Selbst bei einer geringeren Zahlung möchte ich an den Projekten weiterarbeiten, an denen ich teilhaben darf.” Gehirnwäsche abgeschlossen.
Wie begründet der 23-jährige Phil Palios, der durch die Protest-Mobilisierung von 200 “Leidensgenossen” vorige Woche überhaupt erst bekannt wurde, seine Kehrtwende? Die böse Rezession beeinträchtige Microsofts Zahlungsfähigkeit. Holla, die Waldfee!
Im Blog schiebt er noch nach: “Es war unfair zu denken, man selbst könne immun gegenüber der schwächelnden Wirtschaft sein. Ich möchte lieber in der Lage sein, die Arbeit fortzusetzen als den Vertrag ganz zu verlieren.” Ja, darum heißt es auch “harte Realität”.
Auf seinem kurzen Weg zum Gründer einer möglichen Programmierer-Gewerkschaft machte Palios nicht nur Denkfehler, sondern auch einen taktischen Fauxpas: Er nutzte Microsofts E-Mail-System und deren globale Adressenliste, um die anderen freien Entwickler anzuschreiben und zum Protestieren zu bringen. Das war bestimmt auch ein gutes Druckmittel, um die Debatte abzuwürgen. (rm)

Phil Palios Blog

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