BI-Software bald tot
Business Intelligence stirbt aus

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SAP, Oracle, Microsoft und IBM haben Milliarden in sie investiert – doch BI-Lösungen als solche beginnen nun ihren unvermeidlichen Weg in die Annalen der IT-Geschichte: sie werden nur noch zu Häkchen in der Feature-Liste größerer Applikationen. Für IT-Abteilungen gibt es zudem günstigere Alternativen.

Stirbt BI wirklich aus?

Microsoft-Business-Chef Stephen Elop sagt, Business Intelligence sei bald Teil aller Unternehmensprodukte, vereinzelte BI-Produkte würden aussterben. Und begründet so den Ausstieg aus dem eigenen BI-Produkt »PerfomancePoint«.

Business Intelligence als einzelne Softwarekategorie ist zumindest auf dem absteigenden Ast: Seit die wichtigen BI-Anbieter allesamt von den Großen übernommen wurden, sei hier nicht mehr mit viel Innovation zu rechnen, schreibt Susan Hall von ITBusinessEdge . Mit in dieses Bild passt, was Stephen Elop, Chef der Microsoft-Business Division gegenüber den Finanzauguren von Morgan Stanley diese Woche erzählte: Man integriere all die Dinge sowieso in Microsofts Sharepoint, nachdem man zwar erst hochtrabende BI-Pläne hatte, sie aber realistischerweise nur in vorhandene Produkte integriere. Kurzum: Microsoft hat den »PerformancePoint Server« eingestellt.

Warum eigentlich? Nun, damit konkurriert MS nicht mehr direkt mit Cognos (IBM), Business Objects (SAP) oder Hyperion (Oracle) – nur die kleineren BI-Anbieter seien noch immer kreativ und würden »ganz coole Dinge«programmieren, doch der Vorteil, durch BI schlauer als die Konkurrenz zu sein, falle trotzdem weg, heißt es etwa im Handels- und Systemhaus-Blog »Redmond Channel Partner«.  Die Großen wie Microsoft, SAP und IBM würden die entsprechenden Features in ihre größeren Produkte integrieren – so wie Microsoft PerformancePoint in Sharepoint integriert hat oder SAP die Business-Objects-Funktionen in seine ERP-Produkte einbauen will.


Business Intelligence als »Commodity«

Jeder hat es bald und deswegen fällt der Wettbewerbsvorteil weg – und »langfristig auch die Innovation im Bereich BI«, meint zumindest Lee Pender vom RedmondChannelpartner.

Die Luxuspreise für BI-Lösungen würden daher ebenfalls wegfallen – und einige Hersteller daran sterben. denn BI sei künftig Teil fast aller Business-Software – und nichts als ein weiterer Punkt auf der Feature-Checkliste größerer Applikationen. Innovative Ergänzungen würden so wirklich zur Mangelware werden.

Meine Meinung: Als IT-Chef sollte man nun alles tun, um den Firmenleitungen die Flausen vom Wettbewerbsvorteil durch BI auszureden – kleinere Reporting-Tools, die sich überall einbinden lassen, sind eine preiswerte Zwischenlösung, bis die BI-Funktionen sowieso Teil aller großen Business-Suiten sind. Egal, ob teure oder billige Lösung: Erst einmal muss überall in Manpower investiert werden, um die “Intelligence” wirklich intelligente Outputs liefern zu lassen. Über die “Business Dumbness” hatten wir ja schon Anfang 2007 geschrieben: Business Intelligence ist eben nur so intelligent wie ihre Betreiber.  (Manfred Kohlen)

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