Hannover diesmal vermeiden?
Das Admin-Wort der Woche K11/09

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Firmen sollten kreativ arbeiten und die angebliche Krise nutzen – statt sich auf der Cebit herumzutreiben und ins Gejammer der Finanzbranche einzustimmen. Meint jedenfalls Sascha Steinhoff.

Admin-Wort der Woche KW11/09:In Krisenzeiten Cebit meiden?

Die Wirtschaftskrise trifft die Cebit dieses Jahr besonders hart, gerade einmal 4300 Aussteller sind noch in Hannover vertreten. Damit ist die Messe wieder auf dem Stand von 1990 gelandet. Es ist wie zu grauen Vor-Internet-Zeiten, als nur Unternehmen und ein paar Hardcore-IT-Freaks nach Hannover pilgerten. 

Verständlich daher, dass die Messeleitung sich besonders viel Mühe gibt, die Vorzüge der Messe herauszustreichen. Denn auch ohne Wirtschaftskrise agierte die Cebit zuletzt alles andere als erfolgreich. Man munkelt, dass sie schon im Vorjahr zweistellige Millionenverluste eingefahren hat.

Die Probleme waren damals und sind heute auch noch vor allem hausgemacht. Das Konzept einer universalen Fachmesse ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Während die Cebit in den letzen Jahren chromisch mit den immergleichen Themen Besucherschwund und Ausstellerrückgang zu kämpfen hat, gedeihen andere Messen wie die auf Unterhaltungselektronik spezialisierte IFA ganz prächtig. Dieses Jahr soll’s in Hannover halt der »Gouvernator« richten. Arnold Schwarzenegger hat sich mit seiner Entourage zum Besuch angekündigt, was die Cebit zumindest etwas bunter machen wird.

Meine Meinung: Die Cebit ist trotz der positiven Branchen-Bekenntnisse auf dem absteigenden Ast, und das nicht erst seit diesem Jahr. Bei der momentanen Wirtschaftslage verpulvern Unternehmen mit einem Messeauftritt also unnötig Geld und personelle Ressourcen. Und in Hannover in das vorhersehbare kollektive Rezessionsgejammer einzustimmen ist ohnehin reine Zeitverschwendung. Stattdessen sollte man die Zwangspause daheim kreativ nutzen, um interne Projekte voranzutreiben, für die in wirtschaftlich guten Zeiten oft die Zeit fehlt. Viele Unternehmen tun dies bereits – wohl auch deswegen ist nicht alles so viel Katzenjammer wie mancher denken mag.

Der Autor

Sascha Steinhoff lebt und arbeitet als freier Journalist in Bangkok und München. Er veröffentlicht zu den Themen Business-IT, Administration und Fotografie. Sein aktuelles Projekt ist die Webseite www.diasdigitalisieren.info, die sich der digitalen Archivierung analoger Bildaufnahmen widmet. In seiner Zeit als Verantwortlicher für den Netzwerk-Teil der gedruckten Ausgabe der PC Professionell sammelte er zahlreiche Einblicke und Kontakte in die Welt der Administratoren.