Admins Albtraum: Mobile Computing
Die rasante Verbreitung von Smartphones, Netbooks und USB-Sticks macht Sicherheitsexperten nervös. Zu Recht, denn die Security-Richtlinien vieler Unternehmen sind auf die Mobilgeräte nicht vorbereitet.
Schicke Smartphones, preiswerte Netbooks, mobile Festplatten und USB-Sticks mit 4 oder mehr GByte Speicher – die schöne neue Welt der Mobilgeräte drängt mit Macht in die Unternehmen. Schließlich sollen die Mitarbeiter auch unterwegs erreichbar sein und möglichst effizient arbeiten.
Einige Kollegen können sich aber über den Mobiltrend nicht wirklich freuen, die IT-Administratoren und Sicherheitsbeauftragten in Unternehmen. Denn der Trend bedeutet sicherheitstechnisch gesehen nichts anderes als die Ausweitung des Unternehmensnetzwerks. Und die kunterbunte Vielfalt der Mobilgeräte macht die Sache auch nicht leichter.
Wie reagieren Unternehmen auf diesen Trend und wie steht es um die Sicherheit? Das wollten die Marktforscher von IDC wissen und haben dazu im November 2008 eine Umfrage unter 150 Unternehmen in Deutschland gestartet. Die befragten Firmen hatten jeweils mehr als 100 Mitarbeiter und mehr als 100 Mobilgeräte im Einsatz.
Conficker verbreitet sich über USB-Sticks
Vor allem die gesunkenen Preise bei Notebooks haben in den letzten Jahren den Mobiltrend in Unternehmen gefördert. 2008 zählten schon gut 36 Prozent der Mitarbeiter in den befragten Unternehmen zur mobilen Truppe, nächstes Jahr sollen es dann schon knapp 48 Prozent sein. Erstaunlich die weite Verbreitung von Smartphones, die schon in 82 Prozent der Betriebe eingesetzt werden.

»150 Unternehmen in Deutschland befragt« IDC-Research Director Martin Haas. (Bild: IDC)
Admins machen sich unbeliebt
In 97 Prozent der befragten Betriebe nutzen die Mitarbeiter auch USB-Sticks, und diese bereiten den Security-Spezialisten große Kopfschmerzen. So ist kaum kontrollierbar, welche Daten der Anwender etwa vom Home Office via Stick ins Büro mitbringt und welche Daten er wieder hinausträgt. Die einzige Möglichkeit wäre, die USB-Ports am Arbeitsplatz zu deaktivieren, eine Maßnahme, mit der sich Admins bei den Kollegen unbeliebt machen.
Raimund Genes, Chief Technology Officer bei Trend Micro, zählt die praktischen Speichersticks zu den »am schnellsten wachsenden Gefahren«. Gerade der aktuelle Wurm Conficker verbreite sich häufig über die Sticks.
Natürlich sind nach wie vor auch ungepatchte Systeme ein gern genutztes Einfallstor für Malware aller Art.
Hinzu kommt: »Die bösen Buben sind kreativer geworden«, wie Genes formuliert. Kreative Hacker, unkontrolliert eingesetzte USB-Sticks und Notebooks, die auch privat genutzt werden, diese Kombination hat den Job der Administratoren um einiges komplizierter gemacht.
Lesen Sie auf Seite 2: Lückenhafte Security Policy
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