Server-Markt vor dem Stillstand?

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IDCs neueste Zahlen sagen, dass die Server-Verkäufe im vergangenen Quartal alles andere als gut waren.

Die Finanzkrise hat auch die Investition in Server verringert. Von einem Stillstand kann zwar nicht die Rede sein: Die britischen Kollegen von TheRegister sehen aber, »dass jemand den Lautstärkeregler von 11 auf 9« gestellt hat. IDC aber meint, dass es sich um heftige Folgen der Finanzkrise handelt.

14 Prozent weniger Umsatz als im Vorquartal seien mit x64-Servern gemacht worden, er sei auf 13,9 Milliarden Dollar gefallen. Die Menge der verkauften Server sei um 12 Prozent gesunken. Obwohl dies längst nicht den Verlusten im Desktop-Markt entspricht, sei dies für den langsameren Servermarkt ein heftiges Erdbeben – der stärkste Niedergang seit dem Platzen der Dotcom-Blase.

Matthew Eastwood, Vizechef der IDC-Enterprise-Plattform-Gruppe: »Und es sieht aus als ob es schlimmer kommt«. Die Server-Anbieter seien weltweit im gleichen Maße betroffen. Er rechnet damit, dass sich der Markt erst Ende 2009 oder Anfang 2010 erholen wird. In der nächsten Zeit werde erstmal Geld gespart durch Virtualisierung und Migrationen von Software in “die Cloud”.
Der größte Verlust fiele bei den “kleinen” Servern unter 25 0000 Dollar Anschaffungspreis an: Minus 16,8 Prozent. Und auch die teureren “Midrange”-Maschinen, die bis zu einer Viertelmillion Dollar kosten können, müssen mit 14,5 Prozent weniger Umsatz auskommen.

Die größten Verlierer waren die Windows-Server – so stark, dass erstmals sogar mehr Umsatz mit Unix-Servern als mit Windows gemacht wurde. Wohlgemerkt, IDC spricht hier vom guten alten Unix, nicht von Linux als irgendeinem Unix-Derivat – denn das bleibt weiterhin hinter Microsoft liegen. Der Verkauf von Windows-Servern aber sei um ganze 17,8 Prozent auf 4.8 Milliarden Dollar gefallen.

Komisch, dass es einigen Server-Herstellern noch gut geht: Sun Microsystems hätte sogar einen Umsatzzuwachs mit x86-Servern zu vermelden. Der einzige Lichtblick am Ende des Server-Tunnels komme derzeit von den Blade-Servern: Mit 1,4 Milliarden Dollar Umsatz im 4. Quartal legten sie sogar um 16,1 Prozent zu – davon konnte HP glatte 54,8 Prozent erobern, IBM immerhin 21,7 Prozent. Doch auch bei den »kleineren« Blade-Anbietern seien die Umsätze gewachsen. Trotzdem: Insgesamt ist de Servermarkt von der Finanzkrise stark gebeutelt. (Manfred Kohlen)

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