U2 und die Tücken der Digitalität

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ISPs hätten ihre Schnauzen schon zu lang in den Trögen der Musikindustrie gehabt und gratis gefressen, schimpfte unlängst U2-Manager Paul McGuiness. Wenn ihn unbezahlte Downloads so stören, sollte er lieber mal mit seiner Plattenfirma reden.

Die hat sich (und den irischen Musikern) nämlich erstklassig ins Knie geschossen: Während weltweit strengstens darauf geachtet wurde, dass ja  niemand kopierfähiges Material des neuen Albums “No Line On The Horizon” in die Finger bekam, stellte Musikkonzern Universal das Werk in Australien einfach zwei Wochen vor dem geplanten Veröffentlichungsdatum als Bezahl-Download ins Internet.

Das merkte dann zwar irgendwer irgendwann noch, so dass das Angebot zurückgezogen wurde, aber – welch Wunder – umgehend erschien das erste U2-Werk nach fünfjähriger Pause an allen einschlägigen Stellen im Web. Nicht, dass U2 damit nicht schon Erfahrung hätten – das Vorgängeralbum erfuhr 2004 ebenfalls eine unfreiwillig verfrühte Internet-Premiere, weil eine Vorab-Kopie bei einem Fototermin verschwand.

Ach ja: Und die Musik? Nicht sonderlich bemerkenswert, befindet das vorzeitig informierte Publikum. Aber wer hätte anders erwartet … [gk]

Sydney Morning Herald