Rechenzentren optimal verwalten

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Die Verwaltung des Rechenzentrums bedeutet mehr als nur alle Server in Betrieb zu halten. Wie man ein Rechenzentrum effizient verwaltet und dabei Geld spart, erklärt Ben Grimes, Chief Technical Officer bei Avocent.

Ben Grimes hatte auf eWEEK bereits Tipps gegeben, wie man in Unternehmen Strom sparen kann. In folgendem Beitrag konzentriert er sich auf die effiziente Verwaltung von Rechenzentren. Auch hier ist der sparsame Umgang mit Energie ein wichtiger Aspekt.

Tipp 1: Out-of-band Remote-Zugriff
Wenn Sie darüber entscheiden, wie Sie die Geräte in Ihren Racks konfigurieren, ziehen Sie ein System in Betracht, das auf Out-of-band-Technik basiert. So verbessern Sie das Remote Management Ihrer IT-Assets. Out-of-band-Technologien, also mit dedizierter Ethernet-Schnittstelle, wurden früher genutzt, um für Zuverlässigkeit zu sorgen. Sie stellten Assetzugriff auf einer alternativen Leitung bereit. So konnte man ein ausgefallenes Gerät schnell wieder in Betrieb nehmen.

Heute optimieren Out-of-band-Systeme IT-Assets, um deren Produktivität, Performance und Sicherheit zu steigern. Zugleich erleichtern sie die Problemlösung in der Infrastrukturverwaltung komplexer heterogener Netzwerke, indem sie Technikelemente in einem System zusammenbringen. Die Out-of-band-Infrastruktur ermöglicht sichere alternative Leitungen in das Innere der produktiven Infrastruktur, so dass abgekoppelte Geräte wieder angeschlossen und in Betrieb genommen werden können.

»Unternehmen sind darauf angewiesen, den Stromverbrauch, die Kosten und die Entwicklung ihrer IT auf allen Ebenen zu messen.« Ben Grimes, Chief Technical Officer bei Avocent

Diese Infrastruktur umfasst serielle Konsolenserver, KVM-Switches (KVM: Keyboard, Video, Mouse), intelligente Energieverteilungseinheiten, Service Processor Manager und Blade Manager. Wählen Sie also eine Lösung, die die Infrastrukturverwaltung in einer einzigen Schnittstelle zusammenfasst.

Tipp 2: Management von Service-Prozessoren
Service-Prozessoren und die Technik in Servern liefern detaillierte Informationen über den Zustand des Servers und stellen zugleich einen Mechanismus bereit, mit dem sich die Betriebszyklen des Geräts remote verwalten lassen.

Zu den Angaben über den Zustand gehören die Betriebstemperatur, die Geschwindigkeit des Lüfters und die Spannung.
Diese Angaben erlauben dem Admin, den Serverzustand proaktiv zu überwachen und zu warten und zugleich Probleme schneller zu beheben. So kann er sicherstellen, dass alle Server rund um die Uhr betriebsbereit sind.

Eine gute Lösung erlaubt das selbsttätige Aufspüren von Service-Prozessoren in den meisten Serverfabrikaten und optimiert deren Verwaltung. Wenn IT-Abteilungen diese interne Servertechnik einsetzen, optimieren sie die Rechenzentrumsverwaltung und verringern gleichzeitig die Betriebskosten.

Tipp 3: Dreiphasige Stromverteiler
Je mehr die Rack- und Server-Dichte im Rechenzentrum zunimmt, umso mehr Energie wird verbraucht. Dreiphasige Elektrizität ist eine langfristige Lösung für dieses Problem, weil sich damit ein höherer Strombedarf decken lässt, während Rechenzentren dichter bestückt werden.

Die intelligente Stromversorgungseinheit Cyclydes. Über zwei RS-232-Anschlüsse lassen sich bis zu 128 Steckdosen zusammenschließen. (Bild: Avocent)

Dreiphasige Stromverteiler sind dafür ausgelegt, eine einzelne dreiphasige Eingangsspannung anzunehmen und sie in drei einzelphasige Stromkreise umzuwandeln. Dies ist viel kostengünstiger als der Betrieb zahlreicher Einzelphasenstromkreise, denn ein kompletter Rack lässt sich mit einem einzelnen Stromkreis versorgen, beziehungsweise mit zweien, wenn man noch einen redundanten hinzunimmt.

Achten Sie bei der Auswahl der richtigen Lösung also auf ein Produkt, das die Remote-Steuerung von Strom- und System-Management in Rechenzentren ermöglicht, welche pro Server-Rack mehr als 5 kW Stromverbrauch nutzen oder einplanen.

Lesen Sie auf Seite 2: Intelligente Energieverteilung

Tipp 4: Stromaggregate mit intelligenter Energieverteilung
Will man Geräte schnell wieder hochfahren, ist der Zugriff auf die sichere remote Ab- und Einschaltung nötig, denn nur so erhält man die optimale Kontrolle über Server und Netzwerkgeräte. Intelligente Stromverteilungseinheiten (IPDU, Intelligent Power Distribution Unit) ermöglichen die integrierte Konsolen- und Stromsteuerung ebenso wie die unabhängige Kontrolle jeder einzelnen Stromsteckdose, eine Alternative zur Abschaltung einer kompletten Steckerleiste.

Tipp 5: Energiemessgeräte erfasssen Kapazität, Verbrauch und Kosten
Sei es aus Gründen der Kostensenkung oder um die Umwelt zu schonen, sind Unternehmen darauf angewiesen, den Stromverbrauch, die Kosten und die Entwicklung ihrer IT auf allen Ebenen des Rechenzentrums und der entfernten Standorte zu überwachen und zu messen. Auf der Ebene der Geräte, des Racks, in einer Reihe von Racks oder im gesamten Raum.

Der Zugriff auf diese Detailangaben liefert IT-Administratoren, der Gebäudeverwaltung und dem Unternehmen die richtigen Daten, um die Kostenstruktur zu analysieren und Maßnahmen zur Kostensenkung zu entwickeln. Setzen Sie auf eine Lösung die sowohl den Stromverbrauch wie auch die Belastbarkeit in Echtzeit erfasst, historische Daten speichert und Stromkosten im Hinblick auf die verbesserte Betriebseffizienz und Wirksamkeit berechnet.

DSView3 ist eine Managementsoftware für die gesamte Hard- und Software im Netzwerk des Rechenzentrums.

Tipp 6: Software für die zentralisierte Verwaltung
Rechenzentren benötigen eine sichere zentralisierte Verwaltung aller physischen und virtualisierten Einheiten, damit IT-Administratoren jedes verwaltete Gerät per Remote-Diagnose prüfen und notfalls modifizieren können. Ungeachtet dessen Zustand, des Status des Betriebssystems oder der Netzwerkverbindungen.

Das Ziel bei der Auswahl sollte darin bestehen, eine Software zu finden, die neue Technologien einbinden kann und zugleich eine einheitliche Schnittstelle bereitstellt, um die Komplexität bei der Systemverwaltung zu minimieren. Außerdem sollte die Software eine Gesamtsicht auf alle Netzwerkeinheiten bieten – seien sie nun physisch vorhanden oder virtualisiert – und für die Unterstützung von IT-Umgebungen ausgelegt sein, die Geräte und Plattformen mehrerer Hersteller umfassen.
Der Autor, Ben Grimes, ist CTO und Senior Vice President of Corporate Strategy bei Avocent Corporation.
(Übersetzung: Wolfgang Goretzki/mt)

Weblink
Avocent
Sieben Stromspar-Tipps für Unternehmen

Green-IT-Bericht auf IT im Unternehmen