SaaS: SAP verzweifelt, Oracle legt eins drauf

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SAP stoppt die »Business ByDesign«-Vermarktung während Oracle sein »CRM on demand« weiter ausbaut.

Die Web-Services von SAP laufen irgendwie nicht – weder beim Umsatz noch bei der Technik. Einige prophezeien das Aus, andere neue Geschäftsmodell. Derweil baut Oracle einen seiner SaaS-Dienste aus.

In der »Cloud« wird es dunkel für SAP – technische Probleme würden das Mittelstandprojekt zum Erliegen bringen, schreibt das Handelsblatt. Die Vermarktung der gehosteten Software »Business ByDesign« sei vom SAP-Vorstandsorsitzenden Leo Apotheker für den Moment auf Eis gelegt, doch die Entwicklung eines stabileren Nachfolgers würde schon geprüft, schreibt die Wirtschaftszeitung.

SAP kämpfe mit starken Schwierigkeiten bei dem Projekt für Unternehmen mit 100 bis 500 Mitarbeitern. Dem Bericht zufolge stoß man auf so große Hindernisse, dass man tatsächlich die Entwicklung eines Nachfolgers erwäge. Die offiziellen Verlautbarungen von SAP dagegen sind eher ausweihend: Man führe »wie geplant« noch 2009 eine »kontrollierte Markteinführung in Deutschland, den USA, Frankreich, England, China und Indien« fort.

Dem entgegen stehen die Meldungen, SAP wolle sogar sein Rechenzentrum verkaufen. Laut Wirtschaftswoche gebe es nicht nur technische Probleme, sondern auch Ängste vor allem bei potentiellen Kunden. Die würden ihre internen Daten ungern einem Externem geben. Darum rede man auch über ein Geschäftsmodell, die SAP-Software auf eine Appliance beim Kunden zu spielen und Support sowie Wartung »remote« zu erledigen.

Während das Waldorfer Unternehmen sichtlich kämpft – manchmal auch nur mit undichten Stellen und böser Presse -, baut Oracle zumindest den CRM-Teil seiner Dienste aus, berichtet eweek.. Doch bei den Amerikanern ist die Software schon lange als SaaS-Service durchgetestet und die Angst der Unternehmenslenker vor Kontrollverlust längst nicht so stark ausgeprägt wie hierzulande. (Manfred Kohlen)

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