Finanzkrise: Chance für kleine Tech-Start-ups?

AllgemeinMobileOpen SourceSoftwareStart-UpUnternehmen

Die Wirtschaftsflaute bringt IT-Riesen wie Sun Microsystems, Infineon oder Alcatel-Lucent in Bedrängnis. Für kleinere Startups könnte sie eine Chance sein.

Die Finanzkrise sorgte dafür, dass Venture-Capital-Geber ihre Investment-Neigung dramatisch reduziert haben. Das bekommen vor allem die IT-Startups zu spüren: »Die Zukunft von kleinen Technikschmieden sieht trostlos aus«, glaubt beispielsweise Alexander Straub, Entrepreneur und selber Investor in jungen Technologiefirmen wie dem VoIP-Anbieter Truphone. Er prophezeit sogar, das die meisten Kandidaten untergehen werden. Viele hätten auch schon ihr Personal extrem reduziert.

IT-Giganten der Zukunft
Sich von den schlechten Nachrichten beeinflussen zu lassen und den Gürtel enger zu schnallen wäre aber die falsche Strategie, glaubt Straub. Im Gegenteil: Jene Nachwuchsfirmen, die es durch die Rezession schaffen, könnten danach zu den IT-Giganten der Zukunft heranwachsen.

Als Beispiel nennt er Cisco. Der Konzern startete einst als kleines Startup und mauserte sich durch kluge und glückliche Zukäufe zum Branchenriesen. Andere Unternehmen wie Apple bewiesen, dass man sich mit dem richtigen Konzept auch aus tiefen Krisen wieder herausarbeiten könne.

Schwierig heißt nicht unmöglich
Deborah Magid, als IBM-Direktor für die europäische Venture Capital Group des Konzerns zuständig, sieht ebenfalls nicht alles Schwarz: »Die Kreditkrise macht natürlich die Finanzierung neuer Projekte schwieriger, aber es wird nach wie vor Deals geben.« Auch gebe es nach wie vor Gründe für Optimismus, stimmt Ryan Carson zu. Der Firmengründer hat selber zwei Web-Applikationen am Start – DropSend und Amigo – und organisiert die Workshop-Serie Carsonified: »Die nachlassende Bereitschaft der Kapitalgeber wird die Web-Startups fast gar nicht behindern.«

Kleinere Projekte
Laut Carson läge der Investitionsbedarf für eine ordentliche Applikation meist unterhalb von 50 000 Euro. So etwas können Firmengründer, Privatinvestoren, Business-Angels, Banken oder die laufenden Gewinne einer Firma selbst in einer Krise bewältigen. Carson empfiehlt dem Nachwuchs, auch mal Grassroot-Communities wie etwa OpenCoffee, Northern Startup, Startup Essentials oder BizSpark zu besuchen.
(Ralf Müller/mt)

Weblinks
Digital Britain Report
Startup Essentials
Sun Microsystems