Telekom bespitzelte eigene Vorstände

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Kein Ende in der Spionage-Affäre bei der Deutschen Telekom: wie jetzt herauskam, wurden sogar die Konzernvorstände ausspioniert, weil man sie verdächtigte, interne Informationen an die Presse weiterzugeben.

Wie der Spiegel berichtet, wurden der noch amtierende Finanzchef Karl-Gerhard Eick, der Ex-Chef der Telekom Ron Sommer und sein Pressesprecher Jürgen Kindervater sowie Festnetz-Vorstand Walter Raizner und Personalchef Heinz Klinkhammer bespitzelt. Man wertete ihre Reise- und Kalenderdaten aus, um undichte Stellen im Unternehmen aufzuspüren.

Später habe man laut Spiegel in der Konzernsicherheit ein »Konzept zur Ermittlung der Indiskretionen« entwickelt, um Profile zu erstellen und »Beziehungsgeflechte« zu erkennen. Man wolle »vom Getriebenen zum Treiber« werden, hieß es, und »agieren statt reagieren«.

Auch die Bild-Zeitung geriet ins Visier der Telekom: in Berichten tauchen Interna aus den Redaktionssitzungen auf, und es existiert auch ein Vermerkt, dass man eine Quelle bei dem Blatt habe. Ob es den Maulwurf bei der Bild tatsächlich gibt oder sich ein Sicherheitsmitarbeiter nur wichtig machen wollte, sei aber unklar, so der Spiegel. (Daniel Dubsky)