Marktanalyse: Abschwung für Business-Software?

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Die Vorzeichen stehen schlecht für Enterprise-Programme: Kunden überprüfen ihre IT-Budgets und investieren vorsichtiger. Während Oracle sich deshalb Sorgen macht, hofft Hauptrivale SAP, in der Krise weniger hart getroffen zu werden.

Die schlechten Nachrichten aus der Branche häufen sich, Software-Konzerne entlassen tausenderweise Mitarbeiter, Unternehmen sparen bei den IT-Budgets, SAP, Microsoft und Oracle buhlen um die Kunden. Analysten sehen für dieses Jahr auch keinen Grund zur Freude: »Oracle wird sich der Krise nicht entziehen können. Womöglich trifft es den Konzern weniger stark, weil er auch Infrastruktursoftware anzubieten hat«, führt Christophe Châlons vom IT-Beratungsunternehmen Pierre Audoin Consultants aus.

Gerade Datenbanken und Integrationssoftware laufen noch gut, während Enterprise-Programme für Finanzwesen, Personalverwaltung oder Produktion bereits rückläufig seien. So kündigte Oracle an, für das laufende Quartal etwa 10 Prozent weniger bei den Lizenzumsätzen zu erwarten. Daran sind allerdings auch Wechselkurseffekte schuld. Da die Firmenkunden weiter unter Druck geraten, nehme die IT-Investitionsbereitschaft zusehends ab, schreibt auch FBR Capital Markets in einer neuen Analyse. Die Zeiten könnten also härter werden – für alle Anbieter von Unternehmenssoftware.
(Ralf Müller)