Einzelhandel: Microsoft ahmt Apple nach

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Der Softwarekonzern plant, ebenfalls eigene Läden zu eröffnen. Kündigt sich da ein komplett neues Vertriebskonzept an?

Eine echte Konkurrenz zu den etwa 250 Apple-Boutiquen können die MS-Shops wohl kaum werden, fehlt doch die coole Hardware zum Anlocken der Käufer. Xbox 360, die Zune-Player, ein paar Eingabegeräte und die bekannte Software-Palette werden wohl nicht gerade dafür sorgen, dass sich Schlangen vor den Läden bilden. Was bezweckt Microsoft also mit diesem Schritt? Zunächst einmal Umsatz, Werbung und eine Image-Änderung. So lief es zumindest bei den trendigen Shops mit Apfel-Logo, die 2008 im Schnitt jeweils 30 Millionen Dollar einspielten. Vorzeigeläden wie jenes auf der New Yorker Fifth Avenue haben sich sogar zur Touristenattraktion gemausert.

Womöglich plant der Konzern, seinen Window-7-Start pompös in den Geschäften zu inzenieren. Denkbar wäre auch, attraktive Systeme voller MS-Produkte von Fremdherstellern wie Dell oder Hewlett Packard anzubieten. Das wiederum würde aber die bisherigen Vertriebskanäle irritieren, insbesondere die Partnerschaft zu wichtigen Einzelhandels- und Elektroketten belasten. Dass es Microsoft durchaus Ernst mit den kolportierten Plänen ist, wird durch die Anwerbung von Wal-Mart-Veteran David Porter klar. Jener hat 25 Jahre Retail-Erfahrung und soll die MS-Shop-Kette aufbauen.
(Ralf Müller)