Marketing-Stunt? Markenname Xing kostet USA angeblich 2,2 Milliarden

MarketingWerbungWorkspaceZubehör

Weil der Name der Online-Kontaktbörse mit völlig anderer Bedeutung den USA gang und gäbe ist und die Firma doch als internationale Marke anerkannt wurde, konstruiert ein Video abenteuerliche Konflikte.

Der Name der europäischen (ursprünglich deutschen ) Business-Kontaktbörse Xing, die entgegen Markttrends im vergangenen Quartal mit 80 Prozent Kundenzuwachs punkten konnte, ist nun international als Markenname geschützt, wie das Unternehmen verlautbart.  So weit, so gut.

Angeblich seien die US-Amerikaner aber völlig konsterniert über diesen Markennamen, weil auf zahlreichen Straßenübergängen schon das Verkehrsschild “Xing” (für Crossing) steht. “Ped Xing” etwa steht für “Pedestrians crossing” (also “Vorsicht, Fußgänger überqueren die Straße”), in ländlichen Gegenden ist eine Kuh abgebildet, die die Straße überqueren könne. Die ist eben auch “x”ing.  Aus Markenrechtsgründen müsse man alle diese Schilder alle abmontieren, soll ein Video suggerieren. Das koste den US-Steuerzahler 2,2 Milliarden Dollar.

Und das brächte die Amerikaner in Rage, heißt es im Video. Doch dass das in Hamburg beheimatete Unternehmen tatsächlich vorhat, Straßenschilder in den USA austauschen zu lassen, ist sehr unwahrscheinlich. So setzt die Aktiengesellschaft auf den Marketing-Effekt der straßenüberquerenden Fußgänger, Kühe oder Hirsche.

Ob das Video nun von Xing selbst kommt oder nicht: Das Unternehmen hat es seinen Nutzern auf der eigenen Website präsentiert, um den Spaß-Effekt medienwirksam mitzunehmen. YouTube-Nutzer haben den Versuch, virales Marketing zu betreiben, sofort erkannt – die Kommentare zerreißen Xing eher als dass dem Portal nutzen; zur Steigerung des Bekanntheitsgrades aber ist auch jede schlechte Werbung eine gute Werbung . (Manfred Kohlen)

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen