EU will Importzölle für hochwertige Handys

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Die EU will Handys mit Kamera oder GPS-Sensor künftig nicht mehr als Handys einstufen, sondern als Unterhaltungselektronik. Dadurch werden die Geräte zollpflichtig und für den Verbraucher teurer.

Einem Entwurf der EU-Kommission zufolge, der in dieser Woche von den Mitgliedsstaaten diskutiert wird, sollen künftig Einfuhrzölle auf hochwertige Handys erhoben werden. Dazu zählt man Geräte, die eine Kamera mit optischem Zoom mitbringen, ein GPS-Modul oder einen TV-Empfänger nebst Display mit einer Diagonale größer neun Zentimeter sowie alle Foto-Handys, die Videos aufnehmen können und dafür mehr als 16 GByte Speicherplatz bereitstellen.

Das sei ein Fehler, warnt der Branchenverband Bitkom, denn die Geräte würden deutlich teurer werden. Man befürchtet einen Absatzeinbruch und Gegenmaßnahmen der Handelspartner, die ihrerseits EU-Produkte mit Zöllen belegen könnten.

Wird ein Handy als Digicam oder TV-Gerät klassifiziert, fallen 14 Prozent Zoll an – bei einem 500 Euro teuren Gerät wären das immerhin 70 Euro. Etwas günstiger ist die Einstufung als Navi, die nur 3,7 Prozent Importzoll nach sich zieht.

Beim Bitkom ist man der Auffassung, ein Handy werde vorwiegend als Handy genutzt, auch wenn es Zusatzfunktionen mitbringt. Es müsse daher weiter als Handy eingestuft werden und zollfrei bleiben. Eine Klassifizierung als Fotoapparat, Videokamera oder Navigationsgerät entspräche nicht der tatsächlichen Hauptfunktion und Nutzung der Geräte. (Daniel Dubsky)