Report: Warum Business-Notebooks besser sind

MobileNotebook

Preiswerte Consumer-Notebooks sind gerade für kleinere Unternehmen verlockend. eWEEK-Autor Uli Ries erklärt, warum Profigeräte die bessere Wahl sind und stellt die wichtigsten Modelle vor.

Nicht nur in Zeiten der Wirtschaftskrise achten IT-Verantwortliche auf möglichst geringe Kosten bei der Anschaffung von Notebooks. Was liegt also näher, als die Kosten für Mobil-PCs nicht nur um wenige Prozent, sondern gleich um 50, 100 oder gar mehr Euro pro Gerät zu drücken, indem anstatt der teureren, vergleichsweise schwachbrüstigen Business-Geräte die günstigen Consumer-Geschwister gekauft werden.

So nachvollziehbar der Wunsch ist, das jeweils leistungsfähigste Produkt zum günstigsten Preis zu erwerben – die Entscheidung zugunsten des großflächigen Einsatzes von Consumer-Notebooks im Firmenumfeld dürfte sich so gut wie nie auszahlen.

HP Compaq 6735s (Foto: HP)

Es wäre das vielzitierte Sparen am falschen Ende. Denn so attraktiv die mit zahlreichen Multimediafunktionen bewehrten Endkunden-Modelle auf den ersten Blick auch sein mögen, im Unternehmen haben sie nichts verloren.

Folgende Zahlen machen das schnell deutlich: Lediglich 20 Prozent der Gesamtkosten, die ein Notebook während seiner Einsatzzeit erzeugt, entfallen auf den Kaufpreis. Die übrigen 80 Prozent wenden Unternehmen für Inbetriebnahme, Service und Support auf. Hinzu kommt das Problem der Beschaffung der Consumer-Modelle.

Business-Notebooks sind robuster
Angesichts eines derartig krassen Missverhältnisses zu Ungunsten des Anschaffungspreises wird klar, dass sich Ersparnisse beim eigentlichen Betrieb der Geräte in erheblich größerem Umfang rechnen. Und hier punkten Business-Notebooks ein ums andere Mal.

Lenovo T400 (Bild: Lenovo)

Hersteller wie HP, Lenovo oder Toshiba investieren reichlich Geld in die Entwicklung möglichst zuverlässiger und robuster Geräte. Unter Markennamen wie Toshiba Easy Guard oder HP Protect Tools versammeln die Hersteller zahlreiche Produktfeatures, die ausschließlich in den jeweiligen Business-Linien zum Einsatz kommen. Insbesondere bei stark beanspruchten, weil oft mobil verwendeten Notebooks dürften sich diese Bemühungen der Hersteller für den Kunden bezahlt machen, sollen die Maßnahmen doch die Robustheit der Geräte steigern.


Robust: Lenovo verstärkt die Gehäuse seiner 14- und 15-Zoll-Thinkpad-Modelle mit einem Rahmen aus einer Magnesium-Legierung. (Bild: Lenovo)


Garantierte Laufzeit bei Profi-Geräten
Selbst wenn die Notebooks kaum unterwegs sind, sondern hauptsächlich den herkömmlichen Desktop-PC ersetzen sollen, spricht einiges für die Profi-Geräte wie Dell Latitude, HP Elitebook, Toshiba Tecra oder Lenovo Thinkpad. Denn bei diesen Geräten garantieren die Hersteller eine bestimmte Laufzeit – meist zwischen zwölf und 18 Monaten – während der die Hardwarekonfiguration so stabil bleibt, dass die zur Installation von Betriebssystem und Anwendung erstellten Softwareimages einwandfrei funktionieren.

Dell Latitude E6500 (Foto: Dell)

Angesichts der vielen Mannstunden, die IT-Mitarbeiter fürs Erstellen dieser Images aufwenden, ein nicht zu verachtender Kostenblock. Bei Consumer-Notebooks gibt es keinerlei Zusage der Hersteller diesbezüglich, die Konfigurationen ändern sich oft schon nach wenigen Wochen. Bislang können die Hersteller die Image-Stabilität nur für Mobil-PCs auf Basis von Intels Centrino-Plattform garantieren, da Konkurrent AMD keine Produkte im Angebot hat, die die benötigte Laufzeit garantieren würden.

Mit der kommenden Generation der Notebook-Plattformen soll sich dies jedoch ändern. AMD plant, die bereits bei Desktop-Komponenten verwendeten Funktionen der sogenannten Business-Class auch für Notebooks anzubieten. Wann und ob dies der Fall sein wird, steht aber noch in den Sternen.

Gratis-Tools für Verschlüselung oder Datensicherung
Echte Einsparungen können die Business-Modelle insbesondere kleineren Unternehmen bringen. Dies mag paradox klingen, da kleine Firmen mangels großer Stückzahlen oftmals keine attraktiven Projektdeals mit den Herstellern aushandeln können.

Auf Nummer sicher: HP liefert seinen Business-Notebooks eine Software zur Verschlüsselung der kompletten Festplatte mit. (Screenshot: Uli Ries)

Gleichzeitig profitieren sie unter Umständen von den Software-Tools, die die Notebookentwickler gratis auf die Geräte packen. Insbesondere HP und Lenovo liefern eine Vielzahl an teilweise hochwertigen Programmen mit, die den Kauf einer kommerziellen Software überflüssig machen.

So ist Lenovos Backup-Software namens Rescue & Recovery eine echte Alternative zu Sicherungsprogrammen der 50-Euro-Klasse. Gratis gibt es auch die vollständige Verschlüsselung der Festplatte. Hier stoßen die Gratis-Tools jedoch an ihre Grenzen, sind sie mangels Key-Management-Funktionen durch die Bank nicht für den Einsatz in größeren Unternehmen geeignet.

Lesen Sie auf Seite: Multimedia und Grafik für Notebooks

Bluray-Filme im Hotelzimmer
Und auch in der von Profi-Notebooks bislang nur stiefmütterlich behandelten Multimedia-Welt fassen die Business-Geräte langsam Fuß. Sowohl AMDs aktuelle Kombination aus CPU und Chipsatz – Codename Puma – als auch Intels Centrino-2-Plattform sind in der Lage, Bluray-Filme mit Hilfe der in den Chipsatz integrierten Grafikfunktionen ruckfrei widerzugeben.

Toshiba Tecra M10 (Bild: Toshiba)

Zwar taugen diese Grafiklösungen nach wie vor nicht zum Spielen aufwändiger 3D-Games, aber zumindest die Bluray-Widergabe sollte manchem vielreisenden Mitarbeiter den langweiligen Abend im Hotel versüßen. Außerdem können dank Centrino 2 auch Business-Geräte wie Lenovos T400 mit sogenannter Hybrid-Grafik ausgestattet werden.

Modelle mit Hybrid-Grafik bringen neben dem in den Chipsatz integrierten Grafikchip noch eine dedizierte. leistungsfähige Grafiklösung mit. Im Fall des T400 kann der Anwender zwischen den Chips umschalten, ohne das System neu zu starten. So hat er stets die Wahl zwischen akkuschonender, aber vergleichsweise schwachbrüstiger Onboard-Grafik und der flotten, aber energiehungrigen Grafiklösung.

Fazit: Niedriger Kaufpreis relativiert sich schnell
IT-Verantwortliche sind – im wahrsten Sinn des Wortes – unterm Strich gut beraten, wenn sie nicht nur auf den niedrigeren Kaufpreis der Consumer-Notebooks schielen. Den die höheren Ausfallzeiten im Lauf der drei- bis fünfjährigen Nutzungsdauer relativieren die anfängliche Ersparnis sehr schnell.
(Uli Ries/mt)

Weblinks
Dell Latitude
Lenovo Thinkpads
HP Business-Notebooks
Toshiba Easy Guard
Toshiba Tecra
HP Elitebook
AMD-Notebook-Plattform