Mexiko: Mobil telefonieren nur mit Fingerabdruck-Ablieferung

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Da dürfte der deutsche Innenminister gelb vor Neid werden: Mexiko zeigt mit einem neuen Gesetz, wie man die Mobiltelefonierer-Bande richtig unter der Fuchtel hält.

Wer sich dort nämlich den Luxus der ständigen telefonischen Erreichbarkeit gönnen will, muss ab April beim Abschluss eines Vertrags mit seinem Mobilfunkanbieter oder dem Erwerb eines Prepiad-Handys auch seine Fingerabdrücke abliefern. Die werden dann ordentlich in einer Datenbank zusammen mit allen anderen Informationen gesammelt und bei Bedarf den Behörden zur Verfügung gestellt.

Offiziell wird die Erhebung dieser Daten damit begründet, dass Handys bei der Bandenkriminalität in Mexiko eine immer größere Rolle spielen. So würden Gangs noch aus dem  Gefängnis heraus Drogenhandel und Erpressung organisieren und dabei auf Prepaid-Telefone zurückgreifen.

Neben den Personalien sollen die Mobilfunkunternehmen auch Verbindungsinformationen und Sprach- und Textnachrichten für ein Jahr speichern. Ob die Kosten dafür von der Regfierung zumindest teilweise übernommen werden, ist noch unklar.

Was aber auch nicht zu einem Aufschrei der Empörung bei den betroffenen Firmen geführt hat: Der Besitzer des führenden Mobilfunkanbieters kritisierte das Ganze als nicht weitgehend genug – man solle doch besser gleich Bewegungsprofile der Handy-User erstellen. [gk]

Reuters